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Terror
Anschlag in Ägypten: Jetzt schon mindestens 305 Tote

Zahlreiche Tote und Verletzte liegen am 24.11.2017 in der al-Rawdah-Moschee in Bir al-Abd in der Nähe der Provinzhauptstadt Al-Arisch (Ägypten). Auf die Moschee wurde am 24.11.2017 ein Anschlag verübt. Angreifer legten nach Angaben aus Sicherheitskreisen mehrere Sprengsätze um die Moschee und zündeten sie, als die Gläubigen nach dem Freitagsgebet herauskamen
Zahlreiche Tote und Verletzte liegen am 24.11.2017 in der al-Rawdah-Moschee in Bir al-Abd in der Nähe der Provinzhauptstadt Al-Arisch (Ägypten). Auf die Moschee wurde am 24.11.2017 ein Anschlag verübt. Angreifer legten nach Angaben aus Sicherheitskreisen mehrere Sprengsätze um die Moschee und zündeten sie, als die Gläubigen nach dem Freitagsgebet herauskamen FOTO: - / dpa
Kairo. Es ist der verheerendste Anschlag, den es in der jüngeren Geschichte in Ägypten gegeben hat. Mehr als 300 Menschen sterben bei dem Anschlag auf eine Moschee auf der Sinai-Halbinsel. Die ägyptische Armee reagiert mit Luftangriffen.

Einen Tag nach dem verheerenden Anschlag auf eine Moschee im Norden der ägyptischen Sinai-Halbinsel hat sich die Zahl der Todesopfer auf mindestens 305 erhöht. Unter den Toten seien auch 27 Kinder, berichtete das ägyptische Staatsfernsehen am Samstag unter Berufung auf eine Erklärung der Staatsanwaltschaft. Zudem seien 128 weitere Personen verletzt worden.

An dem Anschlag auf die Al-Rawdah-Moschee sollen der Erklärung zufolge 25 bis 30 Angreifer beteiligt gewesen sein. Sie sollen zudem die Flagge der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) getragen haben. Bislang hat sich noch keine Gruppierung zu dem Attentat bekannt.

Die ägyptische Luftwaffe reagierte in der Nacht von Freitag auf Samstag mit Luftangriffen auf den Anschlag. Mehrere Fahrzeuge seien zerstört worden, die bei dem Angriff auf die Moschee in Bir al-Abed benutzt worden seien, teilte der Sprecher der ägyptischen Streitkräfte, Tamer al-Refai, auf seiner Facebookseite mit. Eine nicht näher bezifferte Anzahl Verdächtiger sei dabei getötet worden.

„Die Angriffe trafen auch mehrere Verstecke der Terroristen, in denen Waffen und Munition versteckt wurden“, sagte der Sprecher. Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi hatte nach dem Anschlag eine „harte Antwort“ angekündigt.

Die Attentäter hatten die von einem Sufi-Orden genutzte Moschee während des Freitagsgebets mit Sprengsätzen und Schusswaffen angegriffen. Viele der Getöteten wurden nach Angaben von Augenzeugen noch am Freitag in Massengräbern beerdigt. Ägypten verhängte eine dreitägige Staatstrauer.

(dpa/bob)