| 13:04 Uhr

Hintergrund
Anschläge und vereitelte Pläne radikalisierter junger Männer

Polizisten sind am 31.10.2017 im Plattenbauviertel Neu Zippendorf in Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern) im Einsatz, wo bei einem Anti-Terror-Einsatz ein mutmaßlicher Islamist aus Syrien festgenommen wurde. Es wurden zeitgleich drei Wohnungen durchsucht.
Polizisten sind am 31.10.2017 im Plattenbauviertel Neu Zippendorf in Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern) im Einsatz, wo bei einem Anti-Terror-Einsatz ein mutmaßlicher Islamist aus Syrien festgenommen wurde. Es wurden zeitgleich drei Wohnungen durchsucht. FOTO: Bernd Wüstneck / dpa
Berlin. Radikalisierte Jugendliche und junge Männer haben in Deutschland bereits mehrmals Attentate aus islamistischen Motiven verübt. Andere Anschlagspläne konnten verhindert werden. Beispiele:

Februar 2017 - Wegen des Verdachts, einen islamistischen Anschlag in Deutschland geplant zu haben, wird ein 21 Jahre alter Mann aus Baden-Württemberg festgenommen. Seit September muss er sich vor dem Landgericht Karlsruhe verantworten. Der Angeklagte soll im Internet Anschlagsabsichten geäußert und nach einer Waffe gesucht haben.

Januar 2017 - In Wien wird ein 17 Jahre alter Österreicher mit Migrationshintergrund festgenommen, weil er einen Anschlag auf die Wiener U-Bahn geplant haben soll. Die Spuren führen auch nach Deutschland: Der 17-Jährige soll hier eine Testbombe gebaut haben. In Neuss wird zudem ein 21-Jähriger festgenommen, der dem Verdächtigen aus Österreich bei den Vorbereitungen geholfen haben soll. Bei dem 21-Jährigen finden die Ermittler jedoch keine eindeutigen Hinweise auf einen unmittelbar bevorstehenden Anschlag.

Dezember 2016 - Die Staatsanwaltschaft Köln erhebt Anklage gegen einen 16 Jahre alten syrischen Kriegsflüchtling. Der im September festgenommene Jugendliche soll einen Anschlag geplant haben. Er soll von einem Chatpartner im Ausland mit Verbindungen zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) Anleitungen zum Bombenbau erhalten haben.

Oktober 2016 - Die Bundesanwaltschaft erhebt Anklage gegen einen seit März in Untersuchungshaft sitzenden 19-jährigen Syrer. Er steht im Verdacht, Anschlagziele für den IS in Berlin ausgekundschaftet zu haben.

September 2016 - In Norddeutschland werden ein 17-, ein 18- und ein 26-Jähriger in Flüchtlingsunterkünften festgenommen und in Untersuchungshaft genommen. Die Bundesanwaltschaft wirft ihnen vor, im Auftrag des IS nach Deutschland gekommen zu sein.

Juli 2016 - Ein mit einer Axt und einem Messer bewaffneter 17-Jähriger geht in einer Regionalbahn bei Würzburg auf Fahrgäste los. Fünf Menschen werden verletzt. Polizisten erschießen den Attentäter, der sich in einem Video als Kämpfer des IS bezeichnete. Er kam als Flüchtling nach Deutschland und gab sich als Afghane aus.
April 2016 - Bei einem Bombenanschlag auf einen Tempel der indischen Sikh-Religion in Essen werden drei Menschen verletzt. Gegen drei in Deutschland geborene muslimische Jugendliche ist im Dezember ein Prozess wegen versuchten Mordes eröffnet worden. Die damals 16 Jahre alten Angeklagten sollen das Attentat aus islamistischen Motiven begangen haben. Ein 18-Jähriger, der an der Vorbereitung beteiligt war, wurde bereits zu zweieinhalb Jahren Jugendhaft verurteilt.

Februar 2016: Bei einer Kontrolle am Hauptbahnhof Hannover verletzt eine damals 15-jährige Deutsch-Marokkanerin einen Bundespolizisten lebensgefährlich mit einem Messer. Seit Oktober muss sich die radikalisierte Schülerin vor Gericht verantworten. Die Tat sei eine „Märtyreroperation“ für den IS gewesen, so die Anklage.

(dpa)