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| 19:09 Uhr

EU-Kommission
Alte Hasen, Neulinge, Wackelkandidaten

 Die künftige EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat ihr Wunschteam komplett. Mit der am Montag veröffentlichten Kandidatenliste hat die Deutsche ein wichtiges Versprechen weitgehend erfüllt: Sie wollte einen Frauenanteil von 50 Prozent erreichen.
Die künftige EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat ihr Wunschteam komplett. Mit der am Montag veröffentlichten Kandidatenliste hat die Deutsche ein wichtiges Versprechen weitgehend erfüllt: Sie wollte einen Frauenanteil von 50 Prozent erreichen. FOTO: dpa / Francisco Seco
Brüssel. Die neue Präsidentin der Europäischen Kommission hat vor ihrer Wahl viele Zusagen gemacht – aber eine war ihr nach eigenem Bekunden besonders wichtig. Sie hat sie so gut wie erfüllt. dpa

Erstmals soll die Europäische Kommission fast zur Hälfte mit Frauen besetzt sein. Die gewählte Präsidentin Ursula von der Leyen schlug am Montag in Brüssel ein Team aus 13 Frauen – einschließlich der Chefin selbst – und 14 Männern vor. Damit setzt die CDU-Politikerin ein Versprechen weitgehend um, das sie vor ihrer Wahl zur Kommissionschefin im Juli gegeben hatte.

Unter den Nominierten befinden sich alte Hasen im Politgeschäft ebenso wie Neulinge und Wackelkandidaten. Einige der Nominierten werden in den nächsten fünf Jahren politisches Gewicht auf die europäische Bühne bringen, andere wohl eher selten Schlagzeilen machen. Vorher muss das Personalpaket ohnehin noch die Zustimmung des Europaparlaments finden. Ob alle Kandidaten durchkommen, liegt aber in der Hand des Europaparlaments.

Die Kommission der Europäischen Union ist ein ganz eigenes Gebilde, aber sie ähnelt grob gesagt einer Regierung mit verteilten Ressorts. Sie arbeitet mit einem Apparat von mehr als 30 000 Beamten, schlägt europäische Gesetze vor und achtet auf deren Einhaltung. Jedes der 27 bleibenden EU-Länder ist mit einer Person vertreten - für Deutschland ist das von der Leyen, Großbritannien verzichtet wegen des Ende Oktober geplanten Brexits. Planmäßig soll die Kommission am 1. November starten.

Von der Leyen hatte eine gleichmäßig aus Männern und Frauen besetzte Kommission versprochen, und ihre Liste kommt dem nahe. Fast keines der EU-Länder hatte sich an ihren Wunsch gehalten, zur Auswahl zwei Personen zu nominieren - einen Mann und eine Frau. In jedem Fall ist von der Leyens Vorschlag ein Fortschritt: Derzeit sind in der Kommission nur neun Frauen und 19 Männer.

Von der Leyen will am Dienstag sagen, welche Aufgaben sie den einzelnen Kandidaten zugedacht hat. In den nächsten Wochen werden dann alle Nominierten in den zuständigen Ausschüssen des Europaparlaments angehört. Einzelne Personen könnten noch ausgetauscht werden, bevor das Plenum letztlich über das gesamte Personalpaket abstimmt.

Vorbehalte bei Parlamentariern gibt es vor allem gegen die Nominierten aus Ungarn, Polen und Rumänien. Der für Ungarn nominierte ehemalige Justizminister Laszlo Trocsanyi steht in der Kritik, weil er eine umstrittene und inzwischen gestoppte Justizreform mitgetragen hat. Gegen den polnischen Kandidaten Janusz Wojciechowski ermittelt die europäische Anti-Betrugs-Behörde Olaf wegen womöglich falscher Reiseabrechnungen. Die von Rumänien nominierte Rovana Plumb sieht sich dem Vorwurf des Amtsmissbrauchs ausgesetzt.

Auch gegen die französische Kandidatin Sylvie Goulard laufen in der Heimat noch Ermittlungen wegen Vorwürfen der Scheinbeschäftigung im Europaparlament, die sie 2017 das Amt der französischen Verteidigungsministerin gekostet hatten. Auch die EU-Anti-Betrugsbehörde Olaf überprüft die Vorgänge nach eigenen Angaben. Die Verwaltung des Europaparlaments hat die Akte aber inzwischen geschlossen.

 Die künftige EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat ihr Wunschteam komplett. Mit der am Montag veröffentlichten Kandidatenliste hat die Deutsche ein wichtiges Versprechen weitgehend erfüllt: Sie wollte einen Frauenanteil von 50 Prozent erreichen.
Die künftige EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat ihr Wunschteam komplett. Mit der am Montag veröffentlichten Kandidatenliste hat die Deutsche ein wichtiges Versprechen weitgehend erfüllt: Sie wollte einen Frauenanteil von 50 Prozent erreichen. FOTO: dpa / Francisco Seco