| 02:40 Uhr

Aktivisten stören Tagebau-Betrieb

Im Tagebau Inden besetzten Aktivisten einen Bagger.
Im Tagebau Inden besetzten Aktivisten einen Bagger. FOTO: dpa
Erkelenz/Cottbus. Es gibt nicht eine Massenaktion der Braunkohlegegner wie bei früheren Camps. In Nordrhein-Westfalen versuchen es die Klimaprotestler nach ihren gewalttätigen Aktionen in der Lausitz diesmal mit einer Strategie der vielen Nadelstiche. dpa/bob

Die Polizei hält mit einem Großaufgebot dagegen.

Hunderte Braunkohlegegner haben so mit ihren Protest-Aktionen am Freitag den Tagebaubetrieb im Rheinischen Revier gestört. Aktivisten besetzten vorübergehend einen riesigen Bagger im Tagebau Inden und blockierten zeitweise eine Kohle-Transportbahn im Tagebau Garzweiler. Später versuchten die Demonstranten, Bahngleise an zwei weiteren Stellen zu besetzen. Gewaltsame Auseinandersetzungen meldete die Polizei nicht. "Die Demonstranten versuchen, verschiedene Brennpunkte zu schaffen. Sie wollen uns an vielen Orten binden", sagte Polizeisprecher Paul Kemen. "Wir haben damit gerechnet und sind mit massiven Kräften darauf eingestellt."

Rund 2000 Menschen waren nach Angaben des Aktionsbündnisses Ende Gelände schon am Vorabend in Wellenbewegungen aufgebrochen. Ihr Ziel war es, an verschiedenen Punkten die Infrastruktur des Tagebaus Garzweiler zu blockieren. Hunderte Aktivisten, die sich zu Fuß aufmachten, leitete die Polizei wieder zurück ins Protestcamp nach Erkelenz.

Bei Kontrollen stoppten Beamte einen Lastwagen, der Hunderte Strohsäcke geladen hatte. Solche Strohsäcke hatten Demonstranten bereits früher gegen Polizisten eingesetzt.

Mit den Protesten, die bis zum 29. August angekündigt sind, fordern Initiativen aus Gründen des Klimaschutzes den sofortigen Ausstieg aus der Braunkohle.

Pfingsten 2016, als das Klimacamp in der Lausitz stattfand, besetzten Hunderte Teilnehmer zwei Tage lang den Tagebau Welzow-Süd sowie eine Kohleverladung und Gleise der Kohleverbindungsbahn. Die Brennstofflieferung zum Kraftwerk Schwarze Pumpe wurde unterbrochen. Außerdem versuchten Kohlegegner, das Kraftwerk zu erstürmen. Sie drangen auf das Werksgelände vor und konnten nur mühsam zurückgedrängt werden.