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Mord an US-Präsident 1963
Akten über Kennedy-Attentat nur teilweise veröffentlicht

22.11.1963: Der Wagen von US-Präsident John F. Kennedy kurz vor dem Attentat. Foto: Warren Commission/AP
22.11.1963: Der Wagen von US-Präsident John F. Kennedy kurz vor dem Attentat. Foto: Warren Commission/AP FOTO: -
Washington. Anders als geplant bleibt ein Teil der geheimnisumwitterten letzten Aktentranche über die Ermordung von US-Präsident John F. Kennedy zunächst weiter unter Verschluss. dpa

US-Präsident Donald Trump beugte sich buchstäblich in letzter Minute Sicherheitsbedenken von Geheimdiensten und blockierte die Veröffentlichung hunderter Dokumente. Er gab rund 2800 Unterlagen frei.

Nach Angaben von Regierungsmitarbeitern hatten CIA, FBI und andere Dienste verlangt, einige der Akten nicht zu veröffentlichen und sie zuvor zu editieren. Für die Sichtung und Bearbeitung der restlichen Papiere setzte Trump eine Frist von 180 Tagen.

Trump schrieb in einer Anordnung, er habe keine andere Wahl gehabt, als ein solches Verfahren zu akzeptieren. Er ordne aber an, dass „der Schleier endlich gelüftet“ werde. Nach Ablauf der Frist werde alles veröffentlicht werden, was möglich sei.

Trump hatte die komplette Veröffentlichung der Dokumente am Wochenende angekündigt und bis zuletzt auf Twitter regelrecht beworben. Eine vom Kongress gesetzte 25-jährige Frist für die Veröffentlichung lief am Donnerstag aus. Der US-Auslandsgeheimdienst CIA hatte der Regierung geraten, einen Teil der Papiere weiter unter Verschluss zu halten.

Die CIA erklärte in einer Stellungnahme, jede einzelne der noch ausstehenden Akten werde letzen Endes veröffentlicht. Es sei aber notwendig, die Dokumente unkenntlich zu machen. Auf diese Weise sollten Informationen geschützt werden, deren Veröffentlichung der nationalen Sicherheit schaden könnte. Es gehe dabei etwa um Namen von Informanten oder ehemaligen und aktuellen Mitarbeitern.

US-Medien wiesen allerdings darauf hin, dass für einen Editionsprozess 25 Jahre Zeit gewesen wäre.

Kennedy war am 22. November 1963 in Dallas mit mehreren Gewehrschüssen ermordet worden. Untersuchungen einer Kommission zu dem Verbrechen kamen zu dem Ergebnis, dass der - später selbst ermordete - Attentäter Lee Harvey Oswald alleine gehandelt haben soll. Der mutmaßliche Kommunist war zwei Tage nach der Tat von einem Nachtclubbesitzer getötet worden.

Über all die Jahre haben sich etliche Verschwörungstheorien gehalten - etwa die These, dass der Kennedy-Nachfolger Lyndon B. Johnson in Verbindung mit der CIA die Strippen bei dem Attentat gezogen habe oder Kuba darin verwickelt gewesen sei. Dass nun ein Teil der Dokumente weiter zurückgehalten wird, gab im Internet sofort neuen Verschwörungstheorien Nahrung.

Die veröffentlichten Dokumente spiegeln das chaotische Bild der Tage nach der Ermordung. Sie zeigen etwa, wie Agenten des FBI zahlreichen Tipps und Gerüchten nachgingen. So beschäftigt sich ein Bericht aus dem April 1964 mit der Rekonstruktion einer Busreise Oswalds nach Mexiko, die er Wochen vor dem Attentat unternommen hatte. Detailliert wird beschrieben, was für Kleidung er dabei trug. Auch die Namen der Mitreisenden werden genannt.

Mehrere Papiere zeigen, wie Mitarbeiter der Bundespolizei in der kommunistischen Szene der USA ermittelten. So wird in manchen Dokumenten von internen Diskussionen innerhalb der kommunistischen Partei nach dem Attentat berichtet, ob Oswald unschuldig sei.

Auch enthalten ist ein Memo des damaligen FBI-Chef J. Edgar Hoover. Zwei Tage nach dem Tod von Oswald äußert er darin seine Sorge darüber, dass die Ermordung des Attentäters Zweifel in der amerikanischen Bevölkerung säen könnte.

Die Sichtung des Aktenmaterials wird dauern.

Trump erklärte, er hoffe, dass am Ende alle Dokumente veröffentlicht werden könnten. Er selbst hatte während des Wahlkampfes 2016 eine Verschwörungstheorie aufgewärmt, wonach der Vater seines innerparteilichen Konkurrenten Ted Cruz Verbindungen zu Oswald gehabt habe. Was er in all den Spekulationen um JFKs Ermordung wirklich glaubt oder nicht, hat er bisher nicht publik gemacht.

JFK Assasination Records

Nach den tödlichen Schüssen auf ihren Mann versucht Jacqueline Kennedy, aus dem fahrenden offenen Wagen zu klettern. Foto: DB/A0001_UPI/
Nach den tödlichen Schüssen auf ihren Mann versucht Jacqueline Kennedy, aus dem fahrenden offenen Wagen zu klettern. Foto: DB/A0001_UPI/ FOTO: DB
In einem Automuseum in Illinois wird die Autokolonne nachgestellt, in der Kennedy durch Dallas rollte. Foto: Tannen Maury
In einem Automuseum in Illinois wird die Autokolonne nachgestellt, in der Kennedy durch Dallas rollte. Foto: Tannen Maury FOTO: Tannen Maury
Mit diesem Taxi flüchtete Lee Harvey Oswald nach den Schüssen auf Kennedy. Heute steht das Fahrzeug in einem Museum. Foto: Tannen Maury
Mit diesem Taxi flüchtete Lee Harvey Oswald nach den Schüssen auf Kennedy. Heute steht das Fahrzeug in einem Museum. Foto: Tannen Maury FOTO: Tannen Maury
Kurz vor seiner Ermordung sitzt John F. Kennedy zusammen mit seiner Frau Jacqueline (r.) in einer offenen Limousine. Foto: Archiv
Kurz vor seiner Ermordung sitzt John F. Kennedy zusammen mit seiner Frau Jacqueline (r.) in einer offenen Limousine. Foto: Archiv FOTO: ---
Sie prägten viele Jahre lang die US-Politik: Robert F. Kennedy (l.) Edward M. Kennedy (M.) und John F. Kennedy. Foto: Cecil Stoughton/White House
Sie prägten viele Jahre lang die US-Politik: Robert F. Kennedy (l.) Edward M. Kennedy (M.) und John F. Kennedy. Foto: Cecil Stoughton/White House FOTO: Cecil Stoughton/White House/Hand
Noch am 22. November 1963, dem Todestag von Kennedy, wird der bisherige Vizepräsidenten Lyndon B. Johnson als neuer US-Präsident vereidigt. Foto: Archiv
Noch am 22. November 1963, dem Todestag von Kennedy, wird der bisherige Vizepräsidenten Lyndon B. Johnson als neuer US-Präsident vereidigt. Foto: Archiv FOTO: epa Cecil Stoughton
Kennedys Mörder Lee Harvey Oswald, der von Kriminalbeamten umringt ist, spricht am 23.11.1963 in der Polizeistation von Dallas mit Journalisten. Foto: Archiv
Kennedys Mörder Lee Harvey Oswald, der von Kriminalbeamten umringt ist, spricht am 23.11.1963 in der Polizeistation von Dallas mit Journalisten. Foto: Archiv FOTO: -
Sonnyboy im Südpazifik: John F. Kennedy an Bord eines US-Patrouillenbootes. Foto: John F. Kennedy Presidential Library
Sonnyboy im Südpazifik: John F. Kennedy an Bord eines US-Patrouillenbootes. Foto: John F. Kennedy Presidential Library FOTO: John F. Kennedy Presidential Lib
So behielten ihn die Amerikaner in Erinnerung:  Der 35. Präsident der USA, John F. Kennedy, im Oval Office des Weißen Hauses. Foto: Cecil Stoughton/John Fitzgerald Kennedy Library
So behielten ihn die Amerikaner in Erinnerung:  Der 35. Präsident der USA, John F. Kennedy, im Oval Office des Weißen Hauses. Foto: Cecil Stoughton/John Fitzgerald Kennedy Library FOTO: epa Cecil Stoughton
Kennedy und der Mond: Am 25. Mai 1961 verkündet John F. Kennedy sein Ziel, bis zum Ende des Jahrzehnts Amerikaner auf den Mond zu schicken. Foto: Nasa Marshall Space Flight Center
Kennedy und der Mond: Am 25. Mai 1961 verkündet John F. Kennedy sein Ziel, bis zum Ende des Jahrzehnts Amerikaner auf den Mond zu schicken. Foto: Nasa Marshall Space Flight Center FOTO: Nasa Marshall Space Flight Cente
Jacqueline Kennedy betet am Sarg ihres Mannes. Foto: UPI
Jacqueline Kennedy betet am Sarg ihres Mannes. Foto: UPI FOTO: UPI
Nach der Trauerfeier für John F. Kennedy salutiert sein Sohn John F. Kennedy jr. (M.) auf den Stufen der Kirche dem Sarg mit den sterblichen Überresten seines Vaters. Foto: Archiv
Nach der Trauerfeier für John F. Kennedy salutiert sein Sohn John F. Kennedy jr. (M.) auf den Stufen der Kirche dem Sarg mit den sterblichen Überresten seines Vaters. Foto: Archiv FOTO: --
Der Moment des Attentats in Dallas: John F. Kennedy sackt nach den Schüssen auf dem Rücksitz der offenen Limousine zusammen. Foto: Archiv
Der Moment des Attentats in Dallas: John F. Kennedy sackt nach den Schüssen auf dem Rücksitz der offenen Limousine zusammen. Foto: Archiv FOTO: -