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| 17:56 Uhr

Affäre um Stormy Daniels
Donald Trump gibt erstmals Zahlungen an Pornostar zu

US-Präsident Donald Trump.
US-Präsident Donald Trump. FOTO: Evan Vucci/AP
Washington. US-Präsident Donald Trump hat zum ersten Mal Zahlungen seines Anwalts an die Pornodarstellerin Stormy Daniels im Zusammenhang mit einer mutmaßlichen Affäre eingeräumt. Trumps neuer Rechtsvertreter Rudy Giuliani hatte zuvor erklärt, der US-Präsident habe von der Zahlung gewusst.

US-Präsident Donald Trump hat zum ersten Mal Zahlungen seines Anwalts an die Pornodarstellerin Stormy Daniels im Zusammenhang mit einer mutmaßlichen Affäre eingeräumt. Vieles bleibt jedoch weiterhin unklar.

"Geld aus der (Wahl-)Kampagne, oder Beiträge für die Kampagne, haben in dieser Transaktion keine Rolle gespielt", schrieb Trump am Donnerstag in einer Reihe von Botschaften auf seinem Twitter-Profil. Er ließ offen, ob er zum damaligen Zeitpunkt gewusst hat, dass sein Anwalt Michael Cohen im Oktober 2016 an Daniels 130.000 Dollar gezahlt hat. Er bestritt zudem weiter, Sex mit Daniels gehabt zu haben.

Trump erklärte, die Summe sei an Cohen zurückerstattet worden. Dieser habe das Geld an Daniels für die Vereinbarung gezahlt, dass die Schauspielerin nicht mehr öffentlich über die mutmaßliche Affäre im Jahr 2006 spricht. Daniels fechtet die Vereinbarung mit Cohen derzeit vor Gericht an und hat Trump zudem wegen Verleumdung verklagt.

Dieser hatte Anfang April an Bord der Präsidentenmaschine "Air Force One" vor Journalisten erklärt, er habe von der Zahlung an Daniels nichts gewusst. Auf die Frage, ob er wisse, woher das Geld für Daniels kam, antwortete er: "Nein, das weiß ich nicht." Der Anwalt von Daniels, Michael Avenatti, sagte dem Sender MSNBC, Trump habe sich selbst mit seinen neuen Tweets womöglich einer weiteren Klage wegen Verleumdung ausgesetzt.

Das Thema ist für Trump heikel. Am 9. April durchsuchte das FBI das Büro, die Wohnung und ein Hotelzimmer Cohens. Dabei beschlagnahmten die Ermittler E-Mails, Dokumente und Geschäftsunterlagen zu diversen Themen, darunter zu Cohens umstrittener Zahlung.

Trump äußerte sich am Donnerstag, nachdem sein Anwalt, der frühere New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani, erklärt hatte, Trump habe von der Zahlung Cohens gewusst. "Soweit ich weiß, kannte er nicht die Einzelheiten, aber generell wusste er, wie Michael solche Dinge klärt", sagte Giuliani in einem Interview des Senders Fox News. Trump habe aber bis vor ungefähr zehn Tagen die Details der Vereinbarung nicht gekannt, die zum Schutz der Familie von Trump geschlossen worden sei.

"Schweigegeld-Vereinbarungen sind unter Prominenten üblich"

Giuliani ist ein langjähriger Freund des Präsidenten und seit April einer seiner Rechtsberater. Wie Trump sagte auch er, der Präsident habe nicht gegen Gesetze zur Wahlkampffinanzierung verstoßen, weil das Geld nicht aus Wahlkampftöpfen gekommen sei. Cohen zahlte Daniels das Schweigegeld kurz vor der Präsidentenwahl 2016. Er hatte erklärt, die Summe aus eigenen Mitteln gezahlt und nicht erstattet bekommen zu haben.

Vorsichtshalber wies Trump am Donnerstag noch einmal darauf hin, dass Schweigegeld-Vereinbarungen unter Prominenten und Reichen sehr üblich seien. Die Vereinbarung mit Stormy Daniels sei voll in Kraft und Verstöße gegen ihre Einhaltung würden rechtlich verfolgt, schrieb der Präsident. Daniels hatte die Vereinbarung bewusst gebrochen und über eine sexuelle Affäre mit Trump in Interviews berichtet.

Daniels, die mit bürgerlichem Namen Stephanie Clifford heißt, hatte 2006 nach eigener Aussage Sex mit Donald Trump - kurz nachdem dessen Frau Melania den gemeinsamen Sohn Barron zur Welt gebracht hatte. Trump bestreitet das weiterhin.

(togr/REU/dpa)