Am Dienstag ist der 1. Juni, es startet ein neuer Monat und mit ihm kommen neue Regeln, Gesetze oder aber Gesetzesänderungen. Die Priorisierung der Corona-Impfung wird etwa aufgehoben und der digitale Impfpass kommt. Doch nicht nur bei Corona ändert sich im Juni etwas. Betriebe können sich über mehr Geld für Ausbildungsplätze freuen, die Urheberrechtsreform tritt in Kraft und Bahn-Kunden wird die Rückerstattung erleichtert. Ein Überblick über Änderungen im Juni:

Zum 01.06.2021: Mehr Geld für Ausbildungsplätze

Betriebe, die trotz großer coronabedingter Probleme ihre Ausbildungsplätze erhalten oder sogar ausbauen, können vom 1. Juni an bis zu 6000 Euro pro Ausbildungsplatz und damit doppelt so viel wie bisher bekommen. In den Genuss kommen Betriebe, die maximal 499 Mitarbeiter haben - statt bisher 249 Mitarbeiter.
Betriebe, die trotz Corona Auszubildende aufgenommen haben, erhalten mehr Geld.
Betriebe, die trotz Corona Auszubildende aufgenommen haben, erhalten mehr Geld.
© Foto: Nicolas Armer/DPA

Corona-Impfung: Priorisierung ab 7. Juni aufgehoben

Immer mehr Menschen in Deutschland werden gegen das Coronavirus geimpft. Ab dem 7. Juni dürfen sich nun alle Menschen gegen das Virus impfen lassen. Denn dann ist die Priorisierung aufgehoben. Alle können sich um einen Termin beim Hausarzt oder im Impfzentrum bemühen. Geduld ist jedoch weiter gefragt, weil der Impfstoff weiter knapp ist.

Digitaler Impfpass kommt

Geimpfte sollen in Zukunft ihren Impfstatus nicht nur mit dem gelben Impfausweis, sondern auch digital mit einer App nachweisen können. Ende Juni soll der digitale Impfpass eingeführt werden und zwar als Erweiterung der CoronaWarn App und in der neuen CovPass App. Der gelbe Impfpass bleibt aber weiter gültig.
Mit dem digitalen Impfpass soll man künftig seine Impfung nachweisen können.
Mit dem digitalen Impfpass soll man künftig seine Impfung nachweisen können.
© Foto: Soeren Stache/DPA

Gesetzesänderung ab 01.06.2021: Rückerstattung bei Verspätung der Bahn nun auch online

Ist der Zug zu spät, ist das ärgerlich. Doch Kundinnen und Kunden der Deutschen Bahn haben ein Anrecht auf Entschädigung. Beträgt die Verspätung über eine Stunde, erhalten sie 25 Prozent des Ticketpreises zurück, bei mehr als zwei Stunden sogar 50 Prozent. Musste man die Rückerstattung bisher in Papierform beantragen, geht das ab 1. Juni auch online.

Urheberrechtsreform tritt im Juni in Kraft

Die umstrittene europäische Urheberrechtsreform tritt am 7. Juni in Kraft. Das Gesetz soll die Betreiber von Platttformen haftbar machen, wenn geschützte Bilder oder Videos dort hochgeladen werden. Die Reform löste eine Welle des Protests aus, weil Kritikerinnen und Kritiker befürchten, dass die Seiten nun Upload-Filter installieren. Dies hätte Konsequenzen für die Erstellung von Memes, aber auch Content-Creator auf Plattformen wie Youtube.
Youtube

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Intersexualität: Intersexuelle Kinder werden besser geschützt

Die Eltern von intergeschlechtlichen Kindern dürfen keine geschlechtsangleichenden Operationen an ihrem Nachwuchs mehr vornehmen lassen. Mit Inkrafttreten des Gesetzes Anfang Juni sind Behandlungen verboten, die das körperliche Erscheinungsbild eines Kindes an das des männlichen oder des weiblichen Geschlechts angleichen sollen. Ausnahmen sind nur erlaubt, wenn der Eingriff medizinisch nicht aufschiebbar ist und von einer interdisziplinären Kommission befürwortet wird. Schätzungen gehen von etwa 160 000 Menschen in Deutschland aus, die mit nicht eindeutig ausgebildeten Geschlechtsmerkmalen geboren wurden.

Entscheidung um Nachbarschaftsstreitigkeiten

Ärger am Gartenzaun beschäftigt die Gerichte immer wieder. Am 11. Juni verkündet der Bundesgerichtshof seine Entscheidung zu der grundsätzlichen Frage, ob Grundstücksbesitzer überhängende Zweige auch dann abschneiden dürfen, wenn der Baum auf dem Nachbargrundstück abzusterben droht. In dem Fall aus Berlin geht es um eine rund 40 Jahre alte Schwarzkiefer. Die Eigentümer der Kiefer wollen dem Nachbarn gerichtlich verbieten lassen, von dem Baum weiter Äste abzuschneiden.

Stiftung für Gleichberechtigung in Berlin gegründet

Eine neue Bundesstiftung mit Sitz in Berlin soll sich künftig für den Abbau von Benachteiligungen von Frauen in Deutschland einsetzen. Die „Bundesstiftung Gleichstellung“ soll informieren, Forschungsaufträge vergeben und Verwaltung und Verbände bei der Gleichstellung beraten. Wenn das Gesetz zur Stiftungsgründung Anfang Juni in Kraft tritt, kann sich der Stiftungsrat konstituieren und die Gründung der Stiftung auf den Weg bringen.

Datenlimit bei Speicherplatz bei Google

Google schafft den unbegrenzten Speicherplatz in seinem Foto-Dienst ab. Bisher konnte man bei „Google Photos“ Bilder in reduzierter Qualität - der Konzern nennt das „High Quality“ statt „Original“ - uneingeschränkt in die Cloud hochladen. Vom 1. Juni an werden sie beim Gratislimit von 15 Gigabyte mitgezählt. Wer es erreicht, muss Speicherplatz dazukaufen. Nutzer von Googles Pixel-Smartphones sind ausgenommen.
Für den Speicherplatz bei Google gibt es ein neues Limit ab Juni.
Für den Speicherplatz bei Google gibt es ein neues Limit ab Juni.
© Foto: Fabian Sommer / DPA

Schulferien in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein beginnen

Für Millionen Schülerinnen und Schüler nähert sich das zweite Corona-Schuljahr dem Ende. Als erste starten die Kinder und Jugendlichen in den Küstenländern Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein in die Sommerferien - ihr letzter Schultag ist der 18. Juni. Als letztes Bundesland startet Bayern am 30. Juli. Bis zum 1. August sind dann für ein Wochenende alle Schüler in Deutschland in den großen Ferien.