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| 16:49 Uhr

Post aus Dresden
Absacker in Bayern

Christine Keilholz
Christine Keilholz FOTO: Redaktion / LR
Brüssel ist der Nabel Europas. In Brüssel passieren viele Dinge, die für die Menschen auf dem vereinigten Kontinent sehr wichtig sind. Aber sind wir ehrlich: Nicht alles, was in Brüssel passiert, ist so wahnsinnig wichtig, dass es hier in dieser kleinen Kolumne vermeldet werden müsste. Wenn zum Beispiel die deutsche Delegation beim Ausschuss der Regionen zu einer Konferenz zusammen trifft, ist das kein Ereignis, nach dem sich die Welt umdreht. Schon gar nicht, wenn gerade der französische Präsident Emmanuel Macron in der Stadt ist, um mit der britischen Premierministerin Theresa May und Kanzlerin Angela Merkel über das Verhältnis zu Russland zu beraten, und wenn deshalb U-Bahn-Stationen gesperrt werden. Von Christine Keilholz

Der Ausschuss der 270 Regionen ist eine große, aber nicht sehr bedeutende Runde. Da sitzen 350 Bürgermeister, Landräte und Landtagsabgeordnete beisammen und diskutieren das, was Rat und Parlament vorher schon beschlossen haben. Das Ganze wird in zwei Dutzend Sprachen übersetzt, und wenn jeder Redner auf Grußformeln und Danksagungen verzichten würde, dauerte die Sitzung nur halb so lange, und alle könnten früher zum Flughafen.

Die Kritiker Europas fragen bei sowas: Was bringt es? Doch die Väter Europas wussten schon: Es bringt Leute zusammen, und das ist gut. Wenn am Imbisstresen im Europäischen Parlament der Peter mit Pierre, Pietro, Pedro und dem Pjotr beim Kaffee steht, dann sind sie sicher nicht einer Meinung über den Brexit und die EU-Osterweiterung. Aber sie werden nicht so bald einen Krieg gegeneinander anzetteln. Eher gehen sie nach der Sitzung noch auf einen Absacker in die bayerische Landesvertretung, denn bei den Bayern soll es, wie man so hört, die besten Absacker in Brüssel geben.