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| 09:58 Uhr

Update: Lausitz
10 000 Euro Belohnung für Hinweise auf Wolfs-Schützen

Bautzen. Verein lobt Belohnung für Hinweise auf illegale Tötung aus. Jäger fordern Schutzjagd. Von Kathleen Weser

Der Verein Wolfsschutz-­Deutschland und Partner hatten wie berichtet für Hinweise auf den Täter einer grausam getöteten Jungwölfin eine Belohnung in Höhe von 7000 Euro ausgesetzt. Kurz darauf meldete sich ein anonym bleibender Jäger beim Verein und erhöhte die Summe auf 10 000 Euro.

Der Kadaver des erschossenen Tieres war im Juni am Tagebausee Mortka (Kreis Bautzen) entdeckt worden. Zudem wurde Anzeige gegen unbekannt wegen des Verstoßes gegen das Natur- und Tierschutzgesetz sowie europäische Artenschutzgesetze gestellt, teilt Brigitte Sommer mit. Das Geld solle „helfen, Mitwissenden die Zunge zu lockern“, so die Vorsitzende weiter.

Bei der einjährigen Wölfin hatte das Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin Löcher im Brust­raum entdeckt. Um den Bauch gewunden ist ein Strick gefunden worden, der offensichtlich vom Beschweren des im Juni aufgetauchten und bereits stark verwesten Tierkörpers in dem Gewässer stammte. Die Straftat, so Sommer, müsse „mit aller Härte des Gesetzes bestraft werden“. Seit 2009 sei dies der achte Wolf, dessen Leben von einem Menschen ausgelöscht worden sei. Die Dunkelziffer sei wahrscheinlich deutlich höher. Der Verein Wolfsschutz-Deutschland habe in Sachsen nun Antiwilderer-Patrouillen in Bewegung gesetzt, um weitere illegale Wolfstötungen zu verhindern.

Die ostsächsischen Jagdverbände haben illegale Eingriffe in die Lausitzer Wolfspopulation dieser Tage in Niesky klar verurteilt. Angesichts des Leidensdrucks der Weidetierhalter durch die unkontrolliert stark wachsende Art fordern Jäger, Landwirte und Politiker aber vehement die Schutzjagd auf den Wolf.

Themen des Tages Seite 3