"Das Japanische Palais ist ein Juwel. Es hat bislang keine adäquate Nutzung." Derzeit residieren in dem barocken Gebäude das Landesmuseum für Vorgeschichte und Teile des Völkerkundemuseums sowie der Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen. Nun sollen Experten ein Konzept erstellen und eine Machbarkeitsstudie vorlegen. Dafür sind im Doppelhaushalt für die beiden kommenden Jahre insgesamt rund eine Million Euro eingeplant.

"Wir brauchen eine kluge Nutzung. Ob es eine Mischnutzung sein wird, vermag ich jetzt noch nicht zu beurteilen", sagte die Ministerin zum Jahreswechsel. Es sei gut, damit Experten zu betrauen, Denkmalschützer genauso wie Museumsleute. "Es gibt keine Blaupause für das Objekt." Das Geld für Konzeption und Studie sei gut angelegt. Damit werde Klarheit geschaffen, welche Form der Nutzung sinnvoll ist. "Der übergreifende Gedanke besteht darin, das Japanische Palais für Gäste, Dresdner und Veranstaltungen zu öffnen. Angesichts der Schönheit des Objektes kann man sich da vieles vorstellen. Ich möchte dem nicht vorgreifen", betonte von Schorlemer.

Wann das Juwel in der sächsischen Museumslandschaft funkeln wird, steht freilich noch in den Sternen. Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU) hatte im Wahlkampf des Jahres 2009 das Palais überraschend als Standort eines künftigen "Porzellanschlosses" ins Gespräch gebracht - so wie es Sachsens Kurfürst und Polen-König August dem Starken schon in der Barockzeit vorschwebte. Inzwischen gilt allerdings die klare Priorität, erst das Dresdner Residenzschloss als Standort der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden wiederherzustellen.