Die Ferien haben begonnen und nicht jeder hat sich in diesem Jahr getraut, Urlaub frühzeitig zu buchen. Durch die Corona-Pandemie ist vieles unsicher gewesen – aber nun ist doch mehr möglich.
Für Kurzentschlossene könnte sich ein Besuch ins Nachbarland Polen lohnen: Natur, Kultur, Geschichte – all das und vieles mehr gibt es zu entdecken. Wir haben eine Auswahl der besten Reiseziele in Polen zusammengestellt. Außerdem finden sich hier Informationen zur Corona-Lage.

Was sind die Corona-Reisebestimmungen nach Polen?

Das Wichtigste zuerst: Wie können Reisebegeisterte überhaupt aktuell nach Polen reisen? Reisende, die aus der Schengen-Zone nach Polen kommen, müssen in eine 10-tägigen Quarantäne, es sei denn, sie legen ein negatives Testergebnis vor (auf Polnisch oder Englisch). Der Test muss spätestens 48 Stunden vor dem Grenzübertritt durchgeführt werden. Reisende, die sich in Quarantäne befinden, können sich innerhalb von 48 Stunden nach der Ankunft in Polen testen lassen; ein negatives Testergebnis ermöglicht eine vorzeitige Beendigung der Quarantäne. Vollständig Geimpfte sind von diesen Regelungen befreit.
Hotels und andere Unterkünfte sind in Polen geöffnet und dürfen Gäste empfangen. Die Auslastung darf nicht über 50 Prozent steigen, erklärt das Fremdenverkehrsamt. Es besteht keine Pflicht im Freien eine Maske zu tragen, in Innenräumen aber schon. Es werden medizinische Masken empfohlen, sind aber nicht verpflichtend. Schals, Tücher oder Visiere sind nach Angaben des Auswärtigen Amtes nicht als Maske erlaubt.

Unesco-Weltkulturerbe und Weltnaturerbe in Polen

Was gibt es aber in Polen abseits der Grenzregion zu sehen und erleben?
Polen hat insgesamt 16 Welterbestätten, die von der internationalen Organisation Unesco anerkannt wurden. Für jeden einzelnen Ort lohnt sich sicherlich ein separater Besuch. Auf unserer Karte sind diese lila markiert und mit einem Stern oder einem Kreuz (für Kirchen) versehen.
Neben den „Klassikern“ wie Krakau, Warschau und Danzig sind noch einige weniger bekannte Ziele dabei. Darunter ist beispielsweise die Altstadt von Zamość im Osten des Landes, die die Architekturstile der Renaissance in Europa veranschaulicht. Zamość ist eine Planstadt, die die Altstadt von Krakau übertreffen sollte.
Die Wawel Kathedrale in Krakau ist eine Weltkulturerbstätte.
Die Wawel Kathedrale in Krakau ist eine Weltkulturerbstätte.
© Foto: Jens Wolf/dpa
Dann befinden sich noch die Holzkirchen in Kleinpolen auf der Liste des kulturellen Welterbes (auf der Karte mit lilafarbenem Kreuz versehen). Die sechs Kirchen stammen aus dem Mittelalter und sind komplett aus Holz gezimmert – das macht sie einzigartig.

Der letzte natürliche Urwald Europas

Zudem befindet sich auf der Karte Polens einziges Weltnaturerbe: der Nationalpark im Białowieża-Urwald. An der Grenze zu Belarus gelegen, gilt dieser als einer der letzten natürlichen Urwälder in Mitteleuropa. Für Schlagzeilen sorgte der Białowieża in den vergangenen Jahren, da die polnische Regierung Teile des Waldes abholzen wollte – und dafür vom europäischen Gerichtshof 2018 abgestraft wurde. Seit Anfang des Jahres hat die polnische Regierung jedoch wieder mit der Abholzung einzelner Bäume begonnen.
Auf unserer Karte ist zudem in hellblau das sogenannte „karierte Land“ gekennzeichnet: Hier befinden sich zahlreiche Fachwerkhäuser, die gerade restauriert werden.

Die polnische Ostsee – Urlaub mit Sonne und Strand

Wer keine Lust auf Kultururlaub und Sightseeing hat, sondern lieber am Strand verweilen möchte – auch dafür hat Polen viele Angebote. Auf der Karte sind diese Beispiele mit dem gelben Sonnenschirm-Symbol eingezeichnet.
Der Strand in Swinemünde ist auch bei deutschen Besuchern beliebt. Dabei hat die polnische Ostsee noch mehr im Angebot.
Der Strand in Swinemünde ist auch bei deutschen Besuchern beliebt. Dabei hat die polnische Ostsee noch mehr im Angebot.
© Foto: Marcin Bielecki/dpa
Natürlich ist dabei die polnische Ostsee ein großes Highlight – und auch schwer einzugrenzen. Wer schon vieles an Polens Ostseeküste kennt, für den gibt es hier bald auch Aktuelles: Das Seebad Łeba baut ab diesem Sommer (2021) ein neues Meeresmuseum. „Ab 2024 können Besucher im ,Museum für Unterwasserarchäologie und Ostseefischerei’ Schiffswracks, Rekonstruktionen mittelalterlicher Boote und zahlreiche Fundstücke aus den Tiefen des Baltischen Meeres entdecken“, erklärt das polnische Fremdenverkehrsamt. In Łeba befinden sich außerdem die Wanderdünen, die im Slowinzischen Nationalpark zur größten Touristenattraktion der Region gehören.
Neben der Ostsee hat Polen aber auch viele Seen im Bade-Angebot: In der Pommerschen Seenplatte gibt es mehr als 1.000 Seen, in der Masurischen Seenplatte und der umliegenden Region sind es über 3.000. Insbesondere die Großen Masurischen Seen werden gerne von Bootstouristen genutzt, da diese mit zahlreichen Kanälen und Flüssen miteinander verbunden sind.

Wandern in Polen – Nationalparks und Berglandschaften

Für Aktivurlauber und Wanderer lohnt sich ebenfalls der Blick ins Nachbarland: Auf unserer Karte sind die Top-Wanderziele mit einem braunen Symbol gekennzeichnet. Insgesamt hat Polen 23 Nationalparks, die alle gut ausgeschilderte Wanderrouten haben. Wir haben hier eine Auswahl getroffen.
In diesem Jahr (2021) wurde der Sky Walk an der tschechischen Grenze eröffnet: Ein 65 Meter hoher Aussichtsturm, der mit hölzernen Stegen hinaufführt. Ganz oben befindet sich eine gläserne Plattform, die einen Blick über das Isergebirge und das Riesengebirge ermöglicht. „Zusätzlichen Spaß verspricht die 105 Meter lange Rutsche, mit der es wieder nach unten geht,“ so das Fremdenverkehrsamt.
Für Kletter-Begeisterte bietet der „Akademikerpfad“ an der slowakischen Grenze eine besondere Herausforderung: Der Pfad ist mit Seilen und Klammern ausgestattet und führt hinauf auf den höchsten Berg des Babia Góra Massivs, dem Diabłak. Der Akademikerpfad, sowie andere Bergwanderrouten, liegen im gleichnamigen Babia Góra Nationalpark.
Ebenfalls an der polnisch-slowakischen Grenze befindet sich der Tatra Nationalpark, in dem höchste Gebirge Polens liegt. Zu den beliebten Attraktionen gehören die Gebirgsseen im „Tal der fünf polnischen Seen“ und dem höchsten Berg Polens, der Rysy.

Veranstaltungen und Festivals – auch trotz Corona

Trotz der anhaltenden Corona-Pandemie finden in diesem Sommer wieder einige Festivals und Open-Air-Events wieder statt. Eine Auswahl davon befindet sich in dunkelblau auf der Karte markiert.
Mit dabei ist das „Segel-Festival“ in Stettin, das eine Ersatzveranstaltung für das abgesagte Tall Ships’ Races ist. Vom 31. Juli bis zum 3. August können Besuchende beeindruckende Segelschiffe anschauen.
Das kostenlose Festival Pol’ and Rock – das größte seiner Art in Polen – findet 2021 wieder statt. Vom 29. bis zum 31. Juli können Musikbegeisterte auf dem Flugfeld Makowice unter Corona-Bedingungen feiern. Alles weitere dazu und das Line-Up können Interessierte auf der Webseite des Veranstalters sehen.
Besucher tanzen auf dem Gelände des Pol'and'Rock Festival in einer Schlammpfütze. Das für Besucher kostenlose Festival kann dieses Jahr wieder stattfinden - trotz Corona.
Besucher tanzen auf dem Gelände des Pol'and'Rock Festival in einer Schlammpfütze. Das für Besucher kostenlose Festival kann dieses Jahr wieder stattfinden - trotz Corona.
© Foto: Gregor Fischer/dpa
In Lublin findet außerdem dieses Jahr der „Carnaval Sztukmistrów“ statt: vom 22. bis zum 25 Juli gibt es zahlreiche kostenlose Performances von Straßenkünstlern in der Altstadt zu sehen.
Mehr Ideen zum Urlaub in Polen sowie Reisehinweise durch die Pandemie gibt es auf der Webseite des Fremdenverkehrsamtes.