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| 16:57 Uhr

Luftverkehr
Junge Polen wollen in Berlin abheben

 Mit viel Spaß und Flugeinlage: Polnische Azubis beim Besuch des Flughafens Schönefeld.
Mit viel Spaß und Flugeinlage: Polnische Azubis beim Besuch des Flughafens Schönefeld. FOTO: MOZ/Dietrich Schröder
Berlin/Poznan. Ein Blick hinter sensible Kulissen: Erstmals waren Azubis aus dem Nachbarland zu Gast auf dem Flughafen Schönefeld. Dietrich Schröder

„Polen ist einer unserer wichtigsten Märkte“, sagt der Sprecher der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, Daniel Tolksdorf. Zwar könne man nicht genau sagen, wie viele der jährlich 32 Millionen Fluggäste aus dem Nachbarland kommen, weil darüber keine Statistik geführt wird. „Aber einige Hunderttausend dürften es schon sein.“

Doch nicht ums Reisen ging es bei einem Besuch, den eine Gruppe 16- bis 20-Jähriger aus dem 250 Kilometer entfernten Posen (Poznan) in dieser Woche in Schönefeld machten. Die jungen Leute sind Azubis, die östlich der Oder zu Luftverkehrskaufleuten und Technikern ausgebildet werden. Sie waren von der Flughafen-Gesellschaft und dem Bodenverkehrsdienstleister Wisag zu einem Besuch eingeladen worden. „Ich könnte mir schon vorstellen, später einmal bei der Lufthansa oder einer anderen Gesellschaft in Deutschland zu arbeiten“, sagt der 18-jährige Kamil Wozinski. Und zwar auf Deutsch, denn an der Posener Handelsschule, deren „Luftausbildungs-Klassen“ sehr begehrt sind, werden außer Englisch noch weitere Sprachen gelehrt.

Auch die beiden 16-Jährigen Maja Rutkowska und Monika Nowak haben das Ziel, einmal als Stewardessen für eine internationale Gesellschaft zu arbeiten. Doch zunächst gab es mal die Gelegenheit, mit einigen der rund 85 Azubis ins Gespräch zu kommen, die ihre wirtschaftlich oder technisch geprägte Ausbildung bei der Berliner Flughafengesellschaft machen. „Das war auch für uns sehr interessant“, befand die angehende Luftverkehrskauffrau Alina Strauss.

Neben der modernen Ausbildungstechnik, die in Berlin vorhanden ist, waren die Polen von der Praxisbezogenheit schon während der Lehre begeistert. „Unsere Azubis verbringen nur 13 Wochen des Jahres in der Berufsschule, ansonsten durchlaufen sie praktische Stationen in verschiedensten Bereichen“, erläutert die für die Ausbildung zuständige Anja Paborn. Und fügt gleich hinzu, dass es derzeit zwar noch ausreichend einheimische Bewerber gibt, die außer einem guten Abitur auch noch eine Zuverlässigkeitsprüfung (keine Vorstrafen oder Ähnliches) benötigen. „Gerade mit Blick auf die technischen Ausbildungsgänge vom Mechatroniker bis zum Informationstechniker könnte es künftig aber enger werden.“ „Das war unser erster Besuch auf einem so großen zivilen Flughafen“, berichtete der Posener Ausbildungsmitarbeiter Michal Andrachiewicz. Und freute sich über die Offenheit, mit der den Gästen die riesigen Reparatur- und Inspektions-Hangars für die Flugzeuge, die Feuerwachen und andere sensible Bereiche des Flughafens gezeigt wurden.

Auch eine Stippvisite des BER-Geländes stand auf dem Programm. „Derzeit hängen etwa 20 000 Arbeitsplätze in der Region am Flughafen, in der Perspektive werden es rund 60 000 sein“, sagt Daniel Tolksdorf.