Auf deutscher Seite gebe es "eine zu geringe Kenntnis des polnischen Partners", sagte gestern der neue Beauftragte für die polnisch-deutschen Beziehungen, Mariusz Muszynski. Er kritisierte, "dass wir es gerade auf der deutschen Seite mit einer nationalen, in ihrem Wesen egoistischen und dadurch Polen nicht gerade freundlich gesinnten Politik zu tun haben". Als Beispiel nannte er das deutsche Vorgehen bei der geplanten deutsch-russischen Gas-Pipeline durch die Ostsee.
Muszynski forderte darüber hinaus eine neue deutsch-polnische Erklärung gegen die Preußische Treuhand. Polen sei Opfer des Krieges und der Aggression gewesen, sagte er. Sein Land erhebe jedoch keine Ansprüche für Verluste und erlittene Verfolgung. Aus diesem Grunde verlange Polen auch von Deutschland rechtliche Garantien. "Zum Wohl unserer Beziehungen sollte Deutschland diese Frage in den eigenen Kreisen endlich eindeutig und endgültig klären."
(AFP/ab)