Dazu werde US-Außenministerin Condoleezza Rice in Polen erwartet. Geplant sei auch die Verkündung einer politischen Beistandserklärung. Diese enthalte die Verpflichtung, dass die USA und Polen gemeinsam auf militärische Bedrohungen reagieren.

Dreijährige Verhandlungen
Unter dem Eindruck des blutigen Konflikts im Südkaukasus hatten sich Washington und Warschau nach dreijährigen Verhandlungen am vorigen Donnerstag auf die Aufstellung von zehn US-Abfangraketen in Polen verständigt. Im Gegenzug erhält Polen eine Batterie von US-Luftabwehrraketen "Patriot". Damit entsteht in dem Land erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg ein US-Militärstützpunkt.
Washington will zudem die Modernisierung polnischer Streitkräfte finanziell unterstützen. Die Raketenabwehr soll nach Angaben der USA zum Schutz vor möglichen Raketenangriffen aus "Schurkenstaaten" wie dem Iran errichtet werden. In Tschechien wird ein dazugehöriges Radarsystem gebaut.
Nach dem Einmarsch Russlands in Georgien wird der US-Raketenschild einer Umfrage zufolge nun erstmals von einer Mehrheit der Polen begrüßt. Einer von der Zeitung "Rzeczpospolita" veröffentlichten Umfrage zufolge bewerten 58 Prozent der Polen das Projekt positiv bis sehr positiv.

Stimmungsumschwung seit Juli
Schlecht finden die Entscheidung 37 Prozent der Befragten. An der Umfrage des Instituts GfP Polonia beteiligten sich am 16. August 500 Personen.
Anfang Juli hatten sich noch 53 Prozent der Polen gegen die US-Raketen ausgesprochen.
(dpa/cd)