Auch im Ausland löste der Tod des konservativen Präsidenten Bestürzung aus. Kanzlerin Angela Merkel sprach von einer "politischen und menschlichen Tragödie" für das Nachbarland. Am Absturzort vollzogen Polen und Russland demonstrativ den Schulterschluss: Die Regierungschefs Donald Tusk und Wladimir Putin legten nur wenige Kilometer entfernt von Katyn, wo auf Befehl Stalins einst Tausende polnische Offiziere getötet wurden, gemeinsam Blumen nieder.Zum Gedenken an die Opfer des tragischen Flugzeugabsturzes hielt ganz Polen am Sonntagmittag für zwei Minuten inne. Als um zwölf Uhr die Sirenen heulten, blieben überall Menschen stehen, auf den Straßen stoppten Autos. Vor dem Parlament in Warschau würdigte Tusk seinen früheren politischen Widersacher mit einem Kniefall. Die Prachtallee vor dem Präsidentenpalast im Zentrum von Warschau wurde zum Ort nationaler Besinnung. Tausende Menschen sammelten sich dort zu Gebeten. In Polen gilt eine einwöchige StaatstrauerAm Nachmittag traf der Leichnam Kaczynskis in Warschau ein. Soldaten trugen den Sarg aus dem Flugzeug an den Trauernden vorbei, zu denen auch Kaczynskis Zwillingsbruder Jaroslaw gehörte. Der Sarg war zuvor von Russland aus mit militärischen Ehren auf die Heimreise geschickt worden. An der Abschiedszeremonie in Smolensk nahm auch Putin teil, der eine Kommission zur Aufklärung der Katastrophe leitet. In Moskau hieß es, Polens Leid sei auch Russlands Leid. Präsident Dmitri Medwedew ordnete für den heutigen Montag Staatstrauer an. Unter den insgesamt 96 Opfern des Absturzes waren neben Präsident Kaczynski und seiner Frau weitere polnische Spitzenpolitiker und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Die russische Staatsanwaltschaft schließt eine technische Ursache für den Absturz aus. Die Maschine vom Typ Tupo lew Tu-154 sei in einwandfreiem Zustand gewesen. Vielmehr sei der Pilot mehrfach auf die schlechte Wetterlage und den Nebel hingewiesen worden und habe trotzdem mehrere Landeversuche unternommen. dpa/ab Seiten 2 & 3