Am ersten Tag des Jahres hat ein polnischer Mann eine Streife der Bundespolizei regelrecht verblüfft: Der 30-Jährige sei kurz nach Mittag von Zgorzelec kommend über die Görlitzer Stadtbrücke gelaufen und von Bundespolizisten angesprochen worden. Denen habe der Mann sogleich erklärt, dass gegen ihn zwei Haftbefehle in Deutschland vorliegen würden und er diese jetzt sofort vollstrecken lassen will, teilt Michael Engler, Sprecher der

Bundespolizeiinspektion Ludwigsdorf, mit.

Dem kamen die Polizisten auch umgehend nach. Der Mann wurde am Neujahrstag in die JVA gebracht. Denn:Eine Überprüfung bestätigte das überraschende „Geständnis“. Demnach hatte die Staatsanwaltschaft Görlitz tatsächlich zwei

Vollstreckungshaftbefehle gegen den in Zgorzelec wohnenden polnischen Bürger ausgefertigt. In beiden Fällen hatte dieser Strafbefehle des Amtsgerichts Görlitz ignoriert. Er hat Engler zufolge 560 Euro wegen eines Vergehens gegen das Freizügigkeitsgesetz und 400 Euro wegen Erschleichens von Leistungen nicht bezahlt.

Zudem wurde ein neues Ermittlungsverfahren wegen des Verstoßes gegen das Freizügigkeitsgesetz gegen den Zgorzelecer eingeleitet. „Schließlich war der Mann trotz eines bestehenden Einreise- und Aufenthaltsverbots nach Deutschland gekommen“, so Michael Engler.