"Das ist eine absolute Sensation", sagte gestern der Direktor des Stadtmuseums Dresden, Gisbert Porstmann. Die Goélette war laut einem Medienbericht für 230 000 Euro von einer Galerie aus Bremen auf der Messe angeboten worden.

"Das ist ein Stück Identität von Dresden", sagte Porstmann. Die 37,20 Zentimeter hohe, vom Nürnberger Goldschmied Tobias Wolff geschaffene Goélette sei Teil des Schatzes, den Bürger seit 1600 zusammengetragen haben. Die mehr als 100 Einzelteile waren bis 1945 in Kisten verpackt im Keller des Rathauses gelagert - und dann verschwunden. Bisher wurden die Stücke als Beutekunst in Russland vermutet. "Nun deuten Indizien darauf hin, dass das Rathaus damals geplündert wurde und sich die Stücke in Dresden oder Europa befinden." Es geht um einen millionenschweren Schatz, zu dem venezianische Gläser, Goldpokale und -büchsen sowie gravierte Becher gehören.

Drei der Pretiosen waren schon zu DDR-Zeiten wieder gefunden worden: zwei Goldbecher und ein Abendmahlskelch.