Jüngste Untersuchungen des Mittelteils der Querung über die Mulde haben ergeben, dass eine Instandsetzung dieses Stückes wegen starker Schäden technisch nicht möglich ist, teilte das Regierungspräsidium Leipzig zur Begründung mit.
Wegen der instabilen Statik sei ein Teil des Abbruches nur durch Sprengung möglich. Bereiche der Altstadt müssen aus Sicherheitsgründen evakuiert werden. Finanzielle Mittel für den Wiederaufbau des Bauwerkes stünden aus dem Programm zur Hochwasserschadenbeseitigung des Freistaates Sachsen bereit. Durch eine gezielte Sprengung soll nur das Mittelteil der Brücke zerstört werden. Anschließend werden die Bruchstücke mit Hilfe eines Baggers geborgen.
2003 sollen die ingenieurtechnischen und denkmalpflegerischen Untersuchungen für den Wiederaufbau der 140 Meter langen Brücke beginnen. Das könne frühestens im zweiten Quartal geschehen, da erst die mathematisch-hydraulischen Modelle zum Abflussverhalten der Mulde in diesem Bereich vorliegen müssen.
Die für das Stadtbild bedeutende Brücke stellte der einstige Landbaumeister im kursächsischen Oberbaumamt Matthäus Daniel Pöppelmann 1719 fertig. Sein künstlerisches Hauptwerk war der Dresdener Zwinger. Die Brücke mit ihren sechs Bögen hatte bislang stets dem Muldehochwasser getrotzt. Doch die verheerende Flut vom 12. August überspülte das Bauwerk und beschädigte drei der sechs Bögen. Erst 1999 war die Brücke aufwendig saniert worden. (dpa/bra)