Im sächsischen Heidenau haben Rechtsradikale und Rassisten die zweite Nacht in Folge vor einer Notunterkunft für Flüchtlinge randaliert und Polizisten angegriffen. Schon in der Nacht zum Samstag hatte es vor dem früheren Baumarkt Krawalle gegeben, der zum Notquartier für 600 Flüchtlinge umgebaut wird. 31 Beamte wurden verletzt, als Rechtsextreme sie mit Steinen, Flaschen und Feuerwerkskörpern bewarfen. Die Polizei setzte Tränengas und Pfefferspray ein, um eine Blockade auf der Zufahrtsstraße räumen zu können.

Am Samstagabend standen rund 150 Unterstützer aus dem linken Spektrum etwa 100 Rechtsex tremen gegenüber. Am späten Abend warfen Rechte plötzlich Bierflaschen und Böller auf die Polizisten. Es gab laut Polizei eine vorläufige Festnahme. Zudem wurden 65 Platzverweise erteilt und von 23 Verdächtigen Personalien aufgenommen.

Am Sonntagabend ist es in der Nähe der Unterkunft zu Übergriffen von Linken gekommen. Angehörige der Antifa-Szene hatten eine Gruppe von Menschen angegriffen, die sie offensichtlich dem rechten Spektrum zuordneten.

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) und Vizekanzler Sigmar Gabriel forderten, Polizei und Justiz müssten "mit aller Härte" gegen rechtsradikale Gewalttäter vorgehen. Gabriel will an diesem Montag die Unterkunft besuchen.

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) und weitere Kabinettsmitglieder waren am Sonntag in Heidenau. Tillich sagte, hier verstoße eine Minderheit "brutal gegen Werte und Gesetze Deutschlands".

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