. Während Platzeck am Donnerstag bei einer vom Koalitionspartner Die Linke beantragten Aktuellen Stunde des Landtags vor allem die CDU angegriffen hatte, positionierte er sich am Abend deutlich in den Kontroversen mit dem Koalitionspartner im rot-roten Regierungsbündnis.

Man könne ja lange darüber streiten, ob die in einem SPD-Papier vorgeschlagene zukünftige Mindestgröße von 12 000 Einwohnern für Gemeinden richtig sei, "aber viel unter die Marke 10 000 werden wir nicht gehen können", sagte Platzeck.

Die Partei die Linke hatte der SPD in den vergangenen Wochen wiederholt zum Vorwurf gemacht, mit solchen Zielgrößen einer Debatte vorzugreifen, die im Landtag gerade erst am Anfang steht. Bislang hatte der Regierungschef allzu deutliche Festlegungen vermieden. Nun aber hat auch er selbst erstmalig klar Stellung bezogen für eine radikale Verringerung der Anzahl der Kommunen in Brandenburg.

Auch in der Haushaltspolitik legte sich Platzeck fest. Wenn im Jahr 2014 keine neuen Schulden mehr gemacht werden sollten, müsse auch in den Bereichen gespart werden, die Prioritäten der Landespolitik seien. Der Bildungssektor könne nicht verschont werden, "er kriegt nur ein wenig weniger", sagte Platzeck. In der Energiepolitik beließ es Platzeck angesichts der Proteste gegen die unterschiedlichsten Projekte bei der Ankündigung, "dem Bürger zu sagen, so geht es nicht".

Alles andere sei ein Abgleiten in "weströmische Dekadenz". Ein klares Bekenntnis zur weiteren unbefristeten Verstromung von Braunkohle überließ er auf dem Forum dem Hauptredner - dem früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder.

Der wiederum kritisierte die Haltung der Landesregierung zum CCS-Gesetz. "Ich bin ja nicht da, um den Mitgliedern des Bundesrates nur nach dem Mund zu reden", sagte Schröder an die Adresse Platzeck. Er befürworte die im Gesetzesentwurf der Bundesregierung vorgesehene Erprobung, die Brandenburg in der Länderkammer abgelehnt hatte. Schröder verteidigte auf der mäßig besuchten Veranstaltung noch einmal ausführlich seine Politik der Reform der sozialen Sicherungssysteme (Hartz-Gesetze).