Zuweilen fast schon klassenkämpferische Töne schlug der SPD-Politiker gestern in einer aktuellen Stunde des Landtags an, in der er erneut vom völligen Scheitern einer "Ideologie des Neoliberalismus" sprach, die den Staat weitestgehend aus dem wirtschaftlichen Leben verbannt sehen wollte. Auch die Sozialdemokratie wäre in der Vergangenheit nicht davor gefeit gewesen, diesem Irrtum, der zur herrschenden Meinung erklärt worden sei, zu verfallen.Vorwürfe an ManagerPlatzeck sagte, einige der Forderungen von Managern, trotz der hohen Verluste der von ihnen geleiteten Firmen weiterhin Millionenbeträge einzustreichen, seien "restlos unmoralisch". Vieles sei angesichts der unklaren Situation möglich und keiner wisse, was in einem Jahr die Nachrichtenlage bestimme. Dann spitzte der Regierungschef seine Warnung vor Denkverboten mit einem umgewandelten Firmennamen zu: "VEB Daimler-Benz". Sicher seien für ihn nur zwei Erkenntnisse. Zum einen werde er in solch einer Situation keinesfalls nur auf angeblichen wissenschaftlichen Sachverstand zurückgreifen, sondern sich auch auf die eigenen Erfahrungen besinnen. Und er lasse sich durch die schlechten Meldungen nicht von seinem "Grundoptimismus" abbringen. "Angst machen hilft nicht", sagte Platzeck. Der Ministerpräsident verteidigte die Potsdamer Handhabung der Mittel aus dem Konjunkturpaket. Er appellierte an die Kommunalpolitiker, sich bei der Umsetzung auf Maßnahmen zu konzentrieren, die lang wirkende Effekte hätten. "Anstatt in 20 Kitas neu zu streichen, wäre es mir lieber, in fünf Einrichtungen dafür zu sorgen , dass auch in einigen Jahren noch mit niedrigeren Energiekosten gerechnet werden kann." Zustimmung der LinkenBei der Debatte im Landtag hatte zuvor auch die Fraktionsvorsitzende der oppositionellen Linken, Kerstin Kaiser, betont, dass sie die von der Landesregierung und dem Bund vorgesehenen Konjunkturhilfen grundsätzlich begrüßt. Sie kämen allerdings spät, hätten einen zu geringen Investitionsanteil und eine soziale Schieflage.