Denn sie ist direkt mit einer bewegenden Geschichte verbunden. Ishmael Khateeb, Bewohner eines Flüchtlingslagers in der Stadt musste vor fünf Jahren erleben, wie sein 11-jähriger Sohn von einem israelischen Soldaten erschossen wurde. Er entschied sich, die Organe des toten Jungen zur Transplantation frei zu geben und wusste, dass dies schwer kranken jüdischen Kindern helfen würde. Die Tat erregte Aufmerksamkeit und der deutsche Filmemacher Marcus Vetter dokumentierte sie und die Folgen in dem preisgekrönten Werk "Das Herz von Jenin".Khateeb kämpfte nach dem Tod seines Sohnes dafür, dass in seiner Stadt ein Kultur- und Begegnungszentrum entsteht, in dem nach Wegen zum Frieden gesucht werden soll. Er fand insbesondere in Italien Unterstützung. Also 2006 eine Gruppe von Jugendlichen in dem Zentrum einen kleinen Film dreht, gibt es weit und breit keinen Ort, um das Werk vorzuführen. Mit der Unterstützung von Marcus Vetter wird das Projekt gestartet, das alte, 1987 geschlossene und seither verfallene Kino von Jenin wieder aufzubauen. Dafür haben sich inzwischen zahlreiche private Unterstützer gefunden und auch das Auswärtige Amt und Unternehmen wie Air Berlin oder die Gothaer-Versicherung haben Mittel beigesteuert. Aus Brandenburg kommt Hilfe vom Medienboard, den Hasso Plattner Ventures und der Defa-Stiftung. Platzeck wird Solaranlagen von heimischen Unternehmern mitbringen. Israel und die palästinensischen Gebiete sind zu dem bevorzugten Reiseziel des Potsdamer Regierungschefs geworden. 2007 besuchte er zum ersten Mal die Region. Sein Vorgänger Manfred Stolpe war nie da gewesen. Seitdem gehört der offizielle Flug nach Tel Aviv zum festen Frühjahrs-Programm Platzecks. Er wird auch dieses Jahr wieder von einer großen Wirtschaftsdelegation begleitet. Aber neben dem Ausbau der Handelsbeziehungen geht es bei den Besuchen vor allem darum, die zahlreichen Initiativen von Institutionen und Vereinigungen Brandenburgs in Israel und den Palästinensergebieten zu unterstützen.