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| 02:38 Uhr

Platzeck: Energiewende mit Braunkohle

Cottbus. Für Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) kann die Energiewende nur im Zusammenspiel von erneuerbaren Energien und Braunkohle gelingen. Sie sei bis auf Weiteres Eckpfeiler einer sicheren und bezahlbaren Energieversorgung. Christian Taubert

Auf dem Braunkohlentag des Deutschen Braunkohle Industrieverbandes (Debriv) erklärte der Regierungschef am Donnerstag im Cottbuser Staatstheater, dass der Bodenschatz auf dem Weg zu einer weitgehend aus regenerativen Quellen gespeisten Energieversorgung vorerst als Brücke benötigt werde.

An die Bundesregierung gerichtet mahnte Platzeck, dass die regenerativen Energien nur bedingt grundlastfähig und das deutsche Stromnetz noch nicht ausreichend an eine dezentrale Energieerzeugung angepasst sei. In diesem Kontext kritisierte er den Bund für dessen Passivität beim Netzausbau. Er rief Schwarz-Gelb auf, Netzausbau- und Netzintegrationskonzepte vorzulegen und Impulse zu setzen für die Entwicklung neuer Speichertechnologien.

Der Cottbuser Oberbürgermeister Frank Szymanski (SPD) forderte ein klares Bekenntnis der Bundesregierung zur Braunkohle, "die eine wichtige Säule im Energiemix ist und in der Region 16 000 Arbeitsplätze sichert". Vor diesem Hintergrund betonte Platzeck, dass es "ein gewaltiger Irrtum ist zu glauben, Arbeitsplätze bei den erneuerbaren Energien könnten solche in der konventionellen Energiewirtschaft ohne Weiteres ersetzen".

Vor dem Staatstheater forderten Greenpeace-Aktivisten mit Ortsschildern von 79 umgesiedelten Orten, die bisher der Braunkohle weichen mussten, den Ausstieg aus der Kohleverstromung. Die Gewerkschaft IG BCE verwies dagegen mit Transparenten auf die Arbeitsplätze, die durch Kohle und Energie in der Lausitz auch künftig erhalten bleiben sollen.