Nach einem kräftigen Schluck Bier hieß es um 10.20 Uhr: ab ins Gedränge. Allerdings musste Platzeck kurz noch als Bierzapfer einspringen. Unter dem Blitzlichtgewitter der Fotografen zapfte er am Stand des Frankfurter Brauhauses wie ein Gelernter zügig mit schöner Blume einige Gläser voll. Hier ein Stückchen Wurst, dort ein kleiner Happen Käse und ein Stück Kuchen. Viele Fragen und Antworten. „Na, Du kleiner Dreikäsehoch“, sagte der Regierungschef scherzend zum elf Jahre alten Ulli Hartig, der mit einem Käselaib auf dem Kopf für Uckermärker Käse warb. In Begleitung von zwölf königlichen Agrarhoheiten musste der Ministerpräsident immer wieder Hände schütteln. Und es hieß auch Neues probieren: Ob Kürbis-Bratwurst, Büffelbierbrand oder Stutenmilch. Die Landwirtschaft steht mit der EU-Agrarreform v or großen Herausforderungen. „Doch die märkischen Bauern haben sich gut eingestellt“, erklärt der Ministerpräsident und teilt die Genüsse: Immer wieder reicht er Besuchern Häppchen weiter.
Auch Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) war beeindruckt. „Ich habe gut gegessen und getrunken“, räumt er freimütig ein. Vor allem Wurst aus Eberswalde habe ihm geschmeckt und frisches Brot. Beeindruckt haben den Minister aber die Obstbrände. „Sehr gute Qualität“.
Jahrelange Besuche der Grünen Woche können auch auf die Figur gehen. „Deshalb ist er noch so schlank“, warf Platzeck kurz ein, als eine Moderatorin Agrarminister Dietmar Woidke (SPD) den Besuchern vorstellte, der als Minister erstmals dabei ist.
„Küchendienst“ für die Landesregierung hatte Arbeitsministerin Dagmar Ziegler (SPD). Mit professioneller Hilfe wagte sie sich an Prignitzer Fischvariationen. Zanderfilet in Kiefernadelsud mit einer Kartoffelroulade gefüllt mit Knieperkohl.
Die Grüne Woche ist immer auch ein Politikertreff. Auf dem Weg zur Landespräsentation in der Bund-Länderhalle erspähte Platzeck Hessens Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU). „Ich muss mal kurz meinen Kollegen begrüßen“, sagte er und ging schnurstracks auf Koch zu, der eben einen Obstbrand kosten wollte. Nach einem sehr herzlichen Händedruck konnte Platzeck die Einladung auf einen kleinen Schluck nicht ablehnen.

Zum Thema Ökolandbau
 Etwa 20 Ökobauern hatten beim Platzeck-Rundgang auf der Grünen Woche dagegen protestiert, dass es für Neueinsteiger vorläufig keine Förderung mehr gibt. Platzeck erklärte: „Ich kann die Demonstranten verstehen. Wir sind in einer schwierigen Situation .“ Die EU habe nicht erklärt, wie es mit der Förderung im ökologischen Anbau weitergeht. „Wir halten alle Verträge ein, die wir haben. Und wir haben die meisten. Aber ehe wir neue abschließen, wollen wir sehen, wie sich die EU verhält.“