dessen Institut für Plastination in Heidelberg zurückgewiesen.
„Wir haben natürlich keine Zielgruppe der Todgeweihten“ , stellt Pressesprecherin Christiane Casott klar. „Wir können aber auch nicht ausschließen, dass unsere Briefe unter anderem Menschen erreicht haben, die todkrank sind.“
Insgesamt habe man 22 000 Adressen angeschrieben, die nach bestimmten Berufsgruppen ausgewählt worden waren. „Darunter waren 4000 Schuladressen“ , erklärt Casott. „16 000 Briefe wurden an Arztpraxen, Physiotherapeuten und Krankengymnasten verschickt.“
Dass man sich direkt an ein Fachpublikum in Anatomiefragen oder an Lehrer wende und sie zu einem kostenlosen Besuch einlade, sei auch während der Körperwelten-Ausstellungen so praktiziert worden. „Wir wollen Lehrern die Möglichkeit geben, selbst zu schauen, ob sich das Angebot des Plastinariums für einen Schulbesuch eignet“ , erklärt Christiane Casott. „Wie bei den Körperwelten-Ausstellungen könnten wir auch didaktisches Begleit-Material zur Vorbereitung im Biologie- oder Ethik-Unterricht zur Verfügung stellen.“
Solche Schulbesuche von Brandenburger Klassen wird es jedoch nicht geben. Bildungsminister Holger Rupprecht (SPD) hatte sie in dieser Woche strikt verboten. Sie seien nicht vereinbar mit dem Erziehungs- und Bildungsauftrag der Schule.
Indessen bestätigte Heilgard Asmus gestern der RUNDSCHAU, sie wisse durch Pfarrer ihres Sprengels von mehreren Fällen, in denen schwerkranke Gemeindeglieder mit einem persönlichen Anschreiben die Einladung zum Besuch des Plastinariums erhielten. „Diese Menschen gehören keiner der erwähnten Berufsgruppen an“ , sagt Heilgard Asmus. „Ich weiß nicht, wie weit ich von Hagens trauen will, dass sie diese Briefe nur zufällig bekommen haben. Es ist auf jeden Fall abenteuerlich, wenn so etwas Menschen erreicht, die schwer an Krebs erkrankt sind und alle Kraft brauchen, um damit umzugehen.“ (Eig. Ber./thr)