Den Schulnetzplänen liegen die für die nächsten Jahre prognostizierten Schülerzahlen zugrunde, aus denen die Zahl der jeweiligen Klassen und Kurse ermittelt wird. Mannsfeld sagte, dass ein Plan selbst keine Schule schließe, sondern sich durch ihn lediglich "die bedenklichen Standorte" heraus kristallisierten. Angesichts der Verringerung der Schülerzahlen in Sachsen sei es nicht möglich, die Zahl der Schulen zu 100 Prozent zu erhalten. Aus den bisher genehmigten Plänen lasse sich jedoch noch keine Statistik über die im Freistaat zu schließenden Einrichtungen ableiten, fügte Mannsfeld hinzu.
Vor einem Vierteljahr hatte das Ministerium noch angekündigt, bereits bis Ende 2002 insgesamt zwölf bis 14 Pläne genehmigen zu wollen. Diesem Vorgang geht ein umfangreiches Prüfverfahren in den Regionalschulämtern sowie im Ministerium voraus, dem inzwischen die Vorschläge aller 29 Landkreise und kreisfreien Städte vorliegen. Das derzeit laufende Volksbegehren "Zukunft braucht Schule" hat Mannsfeld zufolge keinen Einfluss auf die aktuelle Schulnetzplanung. Die Eltern-Initiative will unter anderem durchsetzen, dass die durchschnittliche Klassengröße verringert und bei sinkenden Schülerzahlen im Land auch kleine Schulen erhalten bleiben. Sie strebt dazu einen Volksentscheid noch in diesem Schuljahr an.
Der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Gunther Hatzsch, warf Mannsfeld indes die "Verschleierung weiterer Schulschließungen" vor. "Würde der Minister Klartext reden, würde offensichtlich, dass viele Schulstandorte geschlossen werden sollen", sagte Hatzsch in Dresden. Der Minister habe Angst vor einem neuen Auftrieb für das Volksbegehren. (ddp/bra)