Knobloch erklärte am Freitag in München: "Durch den ausbleibenden eindeutigen Widerruf seiner böswilligen Lügen hat Williamson erneut zum Ausdruck gebracht, dass er ein überzeugter Antisemit und unverbesserlicher Holocaust-Leugner ist." Vatikansprecher Federico Lombardi sagte, die jüngste Erklärung von Williamson "scheint die vom Staatssekretariat gestellten Bedingungen nicht zu erfüllen". Dieses hatte Williamson vor wenigen Wochen in einer offiziellen Note aufgefordert, "sich absolut unmissverständlich und öffentlich von seinen Positionen über die Schoah zu distanzieren". Nach seiner Ausweisung aus Argentinien hatte der Traditionalistenbischof betont "dass es mir leidtut, diese Bemerkungen gemacht zu haben, und dass ich sie nicht gemacht hätte, wenn ich um den Schaden und Schmerz gewusst hätte, den diese verursachen würden." In seiner am Donnerstag verbreiteten Erklärung heißt es weiter: "Ich bitte alle, die sich aufgrund meiner Worte aufrichtig entrüstet haben, vor Gott um Vergebung." Ausdrücklich widerrufen hat Williamson seine Äußerungen indes nicht. Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) schließt nicht aus, dass die Bundesrepublik die Auslieferung des britischen Holocaust-Leugners Williamson beantragt. Deutschland könnte einen Europäischen Haftbefehl gegen Williamson ausstellen. Dies wäre als Folge des laufenden Ermittlungsverfahrens gegen den Bischof der erzkonservativen Priesterbruderschaft Pius X. möglich, sagte Zypries am Freitag in Brüssel nach einem Treffen mit ihren europäischen Amtskollegen. "Die Staatsanwaltschaft Regensburg ermittelt, weil das Interview, in dem er den Holocaust geleugnet hat und das im schwedischen Fernsehen ausgestrahlt wurde, in Deutschland aufgezeichnet wurde", erklärte die Justizministerin.Der Verfassungsschutz sieht derzeit keine hinreichenden Anhaltspunkte für eine Beobachtung der Pius-Bruderschaft. Es gebe keine ausreichenden Belege dafür, dass es sich bei der Organisation um eine extremistische Bestrebung handele, sagte eine Sprecherin des Bundesamtes. Bislang sei nicht erkennbar, dass die Äußerungen von Vertretern der Pius-Brüder in politisch motivierte, gegen die staatliche Grundordnung gerichtete Aktivitäten gemündet seien. epd/roe