In den Sonntagsumfragen stehen sie derzeit bei fünf Prozent. Für die Piraten könnte der Einzug in den Deutschen Bundestag also zu einer knappen Sache werden. Damit der erstmalige Einzug in das Parlament dennoch gelingt, braucht es gute Kandidaten. Noch finden sich auf der Homepage des brandenburgischen Landesverbandes nur schwarze Umrisszeichnungen von Köpfen an der Stelle, an der demnächst die Bewerber für die Landesliste stehen sollen - doch am Samstag und Sonntag will der Brandenburger Landesverband der Politfreibeuter in Strausberg darüber entscheiden, wer im Herbst 2013 für die junge Partei auf den Stimmzetteln der Brandenburger steht.

Doch dank der Bevölkerungsverteilung in Deutschland hat bei einem bundesweiten Stimmergebnis von etwa fünf Prozent nur der an erster Stelle auf der Brandenburger Landesliste befindliche Kandidat reelle Chancen, in den Bundestag einzuziehen. Entsprechend groß ist das Gerangel um den ersten Listenplatz. Größte Chancen hat wohl die auch bundesweit bekannte Netzaktivistin Anke Domscheit-Berg, die sich etwa für transparentere Verwaltungen und mehr Frauen in Führungspositionen einsetzt und in Werder wohnt. Doch auch der Politische Geschäftsführer der Brandenburger Piraten, Veit Göritz, und der Vorsitzende des Kreisverbandes Märkisch-Oderland, Jens Knoblich, bewerben sich aussichtsreich um den Spitzenplatz. Dazu haben noch zahlreiche weitere Kandidaten im "Landes-Wiki" der Piratenpartei ihre Kandidatur erklärt. Ihnen werden allerdings nur geringere Chancen eingeräumt.

"Wie es am Samstag ausgeht, ist völlig offen", sagt der Landesvorsitzende der Piratenpartei, Michael Hensel, gegenüber der RUNDSCHAU. Insgesamt bewerben sich rund 30 Kandidaten um einen der Plätze auf der Landesliste. Vermutlich erst am späten Abend werde klar sein, wer die Piraten in der Wahl vertritt. Am Sonntag wollen die Piraten sich dann in gesonderten Aufstellungsversammlungen der Aufstellung von Direktkandidaten für die Brandenburger Landtagswahlkreise widmen und auf einer Antragskonferenz Eingaben für den nächsten Bundesparteitag der Politfreibeuter beschließen.