Der am Donnerstag in Berlin veröffentlichte Arzneiverordnungs-Report 2013 weist zudem darauf hin, dass allein 2,5 Milliarden Euro hätten gespart werden können, wenn man auf teure sogenannte Analog-Präparate verzichtet hätte, die nur geringfügig anders wirken als frühere Mittel. Herausgeber Ulrich Schwabe räumte zwar ein, dass mit dem Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz AMNOG immer mehr neue Mittel offiziell daraufhin überprüft worden seien, ob sie wirklich mehr helfen als ältere. So habe der dafür zuständige Gemeinsame Bundesausschuss von Krankenkassen, Ärzten und Kliniken bisher 48 neue Wirkstoffe bewertet. Einsparungen von seither 120 Millionen Euro habe es dadurch gegeben.

Das reiche aber nicht für das politisch gewollte Sparziel von zwei Milliarden, so die Herausgeber des Reports. Ein Grund dafür sei, dass Medikamente, die schon länger auf dem Markt sind, aber noch Patentschutz hätten, in Deutschland weiterhin oft teurer sind als in anderen europäischen Ländern.

Deshalb fordert Barmer GEK Berlin/Brandenburg, die Ende 2013 auslaufende Kostenbremse um fünf Jahre zu verlängern. Schließlich würde noch auf die Einspareffekte des Reformgesetzes gewartet. Die Landesgeschäftsführerin der Barmer, Claudia Korf, betonte zugleich gegenüber der RUNDSCHAU "dass wir bis dahin flankierende Maßnahmen brauchen - eine Verlängerung des erhöhten Herstellerrabatts und des Preismoratoriums". Korf fügt hinzu: "So verhindern wir, dass die Arzneimittelausgaben 2014 gleich wieder unter die Decke schießen."

Die Pharmaindustrie warf den Herausgebern des Reports unterdessen methodische Mängel vor, aufgrund derer sie zu übertriebenen Sparmöglichkeiten kommen würden. Lausitz/Brandenburg Seite 5