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Deutscher Arzneimittelhersteller im Fokus der Polizei
Durchsuchung bei Merck in Lyon wegen Schilddrüsenmedikaments

Logo Merck. Die Frankreich-Zentrale des deutschen Pharmaherstellers Merck wurde im Rahmen von Vorermittlungen zur neuen Rezeptur eines Schilddrüsenmedikaments von der Polizei durchsucht. Hintergrund sind Beschwerden von Patienten, die von unerwünschten Nebenwirkungen der in Frankreich eingeführten neuen Rezeptur des Mittels Levothyrox berichtet hatten. Merck hatte die neue Zusammensetzung auf Bitte der französischen Medikamentenbehörde ANSM entwickelt.
Logo Merck. Die Frankreich-Zentrale des deutschen Pharmaherstellers Merck wurde im Rahmen von Vorermittlungen zur neuen Rezeptur eines Schilddrüsenmedikaments von der Polizei durchsucht. Hintergrund sind Beschwerden von Patienten, die von unerwünschten Nebenwirkungen der in Frankreich eingeführten neuen Rezeptur des Mittels Levothyrox berichtet hatten. Merck hatte die neue Zusammensetzung auf Bitte der französischen Medikamentenbehörde ANSM entwickelt. FOTO: Merckgroup
Lyon. In Vorermittlungen zur neuen Rezeptur des Schilddrüsenmedikaments „Levothyrox“ haben Polizisten die Frankreich-Zentrale des deutschen Pharmaherstellers Merck durchsucht.

Merck arbeite vollständig mit den Ermittlern zusammen und stelle ihnen alle erbetenen Informationen zur Verfügung, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. „Wir haben zu diesem Zeitpunkt keine weiteren Kommentare abzugeben.“ Hintergrund sind Beschwerden von Patienten, die von unerwünschten Nebenwirkungen der in Frankreich eingeführten neuen Rezeptur des Mittels Levothyrox berichtet hatten. Merck hatte die neue Zusammensetzung auf Bitte der französischen Medikamentenbehörde ANSM entwickelt.

Die Durchsuchung bei Merck wurde der französischen Nachrichtenagentur AFP aus Ermittlerkreisen bestätigt. Der Staatsanwalt von Marseille, Xavier Tarabeux, sagte, dass derzeit keine Befragungen geplant seien. Die Behörde hatte Mitte September nach einer Reihe von Anzeigen eine Voruntersuchung eingeleitet.

Gesundheitsministerin Agnès Buzyn hatte vor einigen Wochen gesagt, dass es 9000 Meldungen über Nebenwirkungen gebe. Insgesamt nehmen ihren Angaben zufolge etwa 3 Millionen Menschen in Frankreich das Medikament. Buzyn hatte damals davon gesprochen, dass viele Nebenwirkungen verschwinden würden, wenn die Dosierung angepasst werde. In einem weiteren Interview erklärte die Ministerin, es habe eine mangelnde Information der Patienten bei der Umstellung gegeben. Seit Montag ist für Betroffene mit anhaltenden Nebenwirkungen nach Angaben der Behörde ANSM auch die alte Zusammensetzung des Medikaments wieder in Frankreich erhältlich.

(dpa)