Nur in wenigen Fällen, so die Ministerin, seien Sanktionen nötig gewesen. Kein Heim musste geschlossen werden.
Konkret wurden in jedem vierten Pflegeheim Anhaltspunkte für Verbesserungen des Wohnens und der Pflege gesehen. Handlungsbedarf in den Heimen erkenne die Behörde besonders häufig in der Betreuung von demenzkranken Menschen.
„In den letzten Jahren entstand in Brandenburg eine unüberschaubare Vielzahl ambulant betreuter Wohngemeinschaften, die sich im eigenen Verständnis weitestgehend außerhalb des Heimgesetzes stehend wähnen und/oder sich zum Teil bewusst der Aufsicht und Beratung durch die Heimaufsicht entziehen“ , heißt es in dem Bericht.
Ein weiteres Problemfeld sehen die Prüfer in dem zunehmenden Fachkräftemangel in der Region: Trotz Mahnung sei es einigen Pflegeeinrichtungen nicht gelungen, ihre Fachkräftequote von 50 Prozent zu erfüllen - die Abwanderung von qualifiziertem Personal mache sich gerade bei jungen Fachkräften bemerkbar.
Zukünftig sorgsam beobachten wollen die Prüfer den Umgang mit „freiheitsentziehenden Maßnahmen“ wie hochgezogenem Bettgitter trotz Bewegungsfähigkeit und gegen den Willen des Bewohners, Bauchgurte, Psychopharmaka. Hier prüft die Heimaufsicht, ob ein entsprechender richterlicher Beschluss vorliegt.
Zum anderen soll in einem Heim die Bewegungsfreiheit der Bewohner nicht durch Trickschlösser, verstellte Gänge oder schwere Türöffner eingeschränkt werden: Hier gab es im Prüfzeitraum zum Teil gravierende Mängel und großen Beratungsbedarf in den Heimen.
Der Bericht der Heimaufsicht wird alle zwei Jahre vorgelegt und spiegelt die Situation in den derzeit insgesamt 735 Brandenburger Heimen wider. (Eig. Ber./hil)