Brandenburg nimmt bei der häuslichen Betreuung pflegebedürftiger Menschen einen Spitzenplatz ein. Von derzeit rund 100 000 Pflegebedürftigen werden drei Viertel von Angehörigen und ambulanten Pflegediensten versorgt. Nur 23 Prozent sind in Heimen untergebracht. Das ist laut Brandenburger Sozialministerium ein bundesweiter Spitzenplatz.

Die Verteilung von ambulanter Versorgung und Heimbetreuung unterschieden sich jedoch regional, wie aus dem kürzlich vorgelegten Pflegereport der AOK Nordost hervorgeht. Heime werden in Städten mehr genutzt als in ländlichen Gebieten. Mit über 45 Prozent stationärer Pflege lag Cottbus laut AOK-Pflegereport auf dem ersten Platz in Brandenburg. Im Elbe-Elster-Land wurden von 23 Prozent der Pflegebedürftigen stationäre Einrichtungen in Anspruch genommen.

In Sachsen liegt der Anteil der von Angehörigen und ambulanten Helfern Betreuten mit rund 67 Prozent (Stand 2013) deutlich niedriger als in Brandenburg.

Beide Bundesländer rechnen mit einem deutlichen Anstieg der Pflegebedürftigen. Im Jahr 2030 werden es in Brandenburg voraussichtlich 160 000 Menschen sein, in Sachsen rund 200 000.

Im Oktober startete in Brandenburg ein Modellprojekt zur Verbesserung von regionalen Strukturen, um Pflege zu vermeiden oder hinauszuzögern. "Unser Ziel ist es, Menschen mit Pflegebedarf solange wie möglich in ihrem gewohnten Umfeld zu halten", so Brandenburgs Sozialministerin Diana Golze (Linke). Ihr Ministerium hat kürzlich eine Broschüre zum Thema Gewalt in der Pflege herausgebracht. Seit 2008 gibt es dazu in Potsdam auch ein Notruftelefon und eine Beratungsstelle.

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