"Bei uns erfahren die Gäste alles rund um die leckeren Lebkuchen", erzählt Irmgard Wenzel, Vorsitzende des Museums-Fördervereins, die selbst die Führungen übernimmt. Das Haus feiert in diesen Jahr sein 65-jähriges Jubiläum und ist nach eigenen Angaben das einzige technische Denkmal dieses ausgestorbenen Handwerkes in Europa.
Das alte Fachwerkhaus auf dem Marktplatz in Weißenberg zieht schon von außen die Blicke der Besucher auf sich. Der warme Duft von frisch gebackenen Pfefferkuchenherzen strömt durch die Ritzen der kleinen Eingangstür. Bei einem Rundgang durch das restaurierte Gebäude erhalten die Gäste einen Einblick in die Lebens-, Arbeits- und Wohnverhältnisse des 17. Jahrhunderts. Das Museum versteht sich als lebendiges Denkmal der Produktionsgeschichte, in dem zu besonderen Anlässen in den alten Öfen nach wie vor das Pfefferkuchen-Backen demonstriert wird.
Die Pfefferküchlerei in Weißenberg ist eines der ältesten Museen in Ostsachsen - die Eröffnung war bereits 1941. Das Museum wurde 1992 mit der Europa-Nostra-Auszeichnung für den Erhalt des architektonischen Erbes geehrt. "Für uns ist die Brauchtumspflege besonders wichtig", betont Irmgard Wenzel, die mit den Besuchern gern ins Gespräch kommt. Sie kümmert sich mit 25 anderen Mitstreitern um den Erhalt des Museums.
In der Pfefferküchlerei wurden während des ganzen Jahres kunstvolle Feingebäcke hergestellt, die zu festlichen Ereignissen stark gefragt waren. Die Hauptsaison war natürlich die Weihnachtszeit, in der große Mengen an Pfefferkuchen gebacken wurden. Mit der industriellen Entwicklung im 19. Jahrhundert nahm die Bedeutung der handgemachten Produkte immer mehr ab, sodass sich die Pfefferküchlerei bald nur noch als reine Saison-Produktionsstätte rentierte.