Zwar liebäugelt Beck schon länger damit, auf diesem Posten Nachfolger von Ex-Verteidigungsminister Rudolf Scharping zu werden. Aber seine Loyalität hielt Beck bisher davon ab, offen auszusprechen, was viele schon dachten. Als ihn aber am Samstag Landesvorstand und Präsidium einstimmig zur Kandidatur aufforderten, kam Beck dem Wunsch spontan nach.
Manche sehen Beck innerparteilich schon als neuen Johannes Rau - eine feste Säule, ausgleichend, fair, allgemein anerkannt, loyal. „Unsere Politik holt die Menschen dort ab, wo sie sind“ , lautet sein Rezept für Rheinland-Pfalz.
Die angestrebte Position auf dem Bundesparteitag im November kann Beck kaum einer verwehren. Mit einem Landtagswahlergebnis von 44,7 Prozent im Jahr 2001 liegt die rheinland-pfälzische SPD inzwischen im bundesweiten Vergleich an der Spitze.
Zwar hatte der niedersächsische Ministerpräsident Sigmar Gabriel seine Ambitionen auf Scharpings Nachfolge angemeldet, doch ist unklar, ob er sie wirklich aufrecht erhält, nachdem die Wähler ihn in die Opposition geschickt haben. Der nordrhein-westfälische Regierungschef Peer Steinbrück wiederum ist erst seit wenigen Monaten im Amt. Rheinland-Pfalz ist nicht einmal mit einem Minister im Bundeskabinett vertreten, im großen SPD-Bundesvorstand repräsentiert die Parteilinke Andrea Nahles das Land.
Beck vereint schon jetzt eine beachtliche Machtfülle auf sich. Seit 1994 ist er Ministerpräsident und damit einer der dienstältesten Regierungschefs. Der gelernte Elektromechaniker hat im Stammland von Ex-Kanzler Helmut Kohl zwei Landtagswahlen gewonnen. Als Vorsitzender der Rundfunkkommission verfügt er über große Einflussmöglichkeiten in der Medienpolitik. (dpa/hüc)