"Der Landesvorsitzende Thomas Jurk hat mich gefragt und ich kann mir diese Tätigkeit durchaus vorstellen", bestätigte Köpping auf RUNDSCHAU-Anfrage. Es sei wichtig, dass jemand aus der aktiven Kommunalpolitik seine Erfahrungen in die Vorstandsspitze einbringe.
Die charismatische Leipziger Landrätin könnte mit dem Schritt zu einer neuen Führungsfigur in der sächsischen SPD aufsteigen. Neben dem Parlamentarischen Staatssekretär im Gesundheitsministerium, Rolf Schwanitz, wäre sie eine von nur zwei Stellvertretern Jurks, der zugleich Wirtschaftsminister ist. Ihre Vorgängerin Barbara Wittig aus der Lausitz hatte zuvor erklärt, dass sie nicht mehr für den Vize-Posten kandidiert.
Bisher war Köpping allerdings gar nicht im Landesvorstand vertreten. Kritiker monieren zudem, dass sie die Kärrnerarbeit in der Partei bisher mit wenig Leidenschaft betrieben habe. Sie war 2001 noch als parteilose Bewerberin mit SPD-Unterstützung Landrätin in Borna geworden und erst 2002 in die SPD eingetreten. Unterstützung ist ihr dennoch sicher.
Auf einer außerordentlichen Vorstandssitzung will der Leipziger SPD-Unterbezirk kommende Woche Köpping formal für das Amt nominieren. Beim Parteitag am 9. Dezember in Oschatz wird sich die 48-jährige frühere Bürgermeisterin von Großpösna dann den Delegierten zur Wahl stellen. Unterbezirkschef Gernot Borriss bestätigte die geplante Nominierung auf Anfrage. "Die SPD-Führung kann Petra Köppings Kompetenzen gut gebrauchen: Sie kann Menschen überzeugen, Wahlen gewinnen und leistet als Landrätin eine hervorragende Arbeit." Aus dem Unterbezirk habe er für Köppings Kandidatur deutliche Unterstützung vernommen.
Die frühere DDR-Fünfkämpferin und Mutter dreier Kinder gilt manchen Genossen als Wunderwaffe. Mehrfach war sie als Ministerin für Sachsens CDU-SPD-Regierung im Gespräch, zuletzt wurde sie erneut als Chemnitzer Regierungspräsidentin gehandelt, falls Amtsinhaber Karl Noltze aufhört. Ihre Zukunft ist jedoch ungewiss, wenn bei der Kreisreform das Leipziger Land und der Muldentalkreis fusionieren. Bei den Landratswahlen 2008 muss sie gegen den Grimmaer CDU-Landrat Gerhard Gey antreten.