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| 02:50 Uhr

Petitionsausschuss des Bundestages zieht es in die brandenburgische Provinz

Die Autobahn A10 ist eine der vielbefahrenen Trassen rund um Berlin. Bei Birkenwerder soll sie jetzt auf sechs Spuren erweitert werden.
Die Autobahn A10 ist eine der vielbefahrenen Trassen rund um Berlin. Bei Birkenwerder soll sie jetzt auf sechs Spuren erweitert werden. FOTO: dpa
Birkenwerder. Anwohner der Autobahn A10 in der brandenburgischen Provinz haben Angst vor noch mehr Lärm und Elektrosmog. Deswegen wollen sie ein Großprojekt stoppen. Politiker aus der Hauptstadt schauen sich nun den Ort des Streits an. Anja Mia Neumann / dpa/bl

Abgeordnete beim Vor-Ort-Besuch: Der Petitionsausschuss des Bundestags will am heutigen Montag prüfen, wie stark der Lärm und möglicher Elektrosmog an der Autobahn 10 bei Birkenwerder sind. "An der Stelle ist geplant, die A10 auf sechs Spuren zu erweitern", erklärte Ausschusssprecher Christoph Grunske. Das Großprojekt im Kreis Oberhavel geht einher mit dem Bau einer Tankstelle und eines Rastplatzes. Zudem ist die Bahnstrecke Berlin-Rostock betroffen und eine Stromleitung muss verlegt werden. "Diese Planungen gefallen einigen der Anwohner nicht", sagte Grunske.

Darum wird sich Ausschussleiterin Stefanie Vogelsang (CDU) zusammen mit Anwohnern und Behörden an der Kreuzung von Bahn und Autobahn den Streitfall anschauen. Auch Michael Groß und Angelika Krüger-Leißner (beide SPD) und die Linken-Abgeordnete Sabine Stüber sollen dabei sein. "Anschließend wird beraten und entschieden, was passiert", sagte der Sprecher.

Neben dem zunehmenden Krach durch die vorbeifahrenden Autos beziehen sich ihre Befürchtungen vor allem auf mögliche Strahlungen durch die Strommasten. Sie laufen parallel zur Autobahn und sollen einige Meter nach Norden verlegt und vergrößert werden. "Derzeit umspannen sie zwei Häuser, dann werden es mehr sein", sagte der Sprecher. Der Netzbetreiber will die Gelegenheit des Autobahnausbaus für sich nutzen und dickere Kabel verwenden. Aus einer 220-Kilowatt-Stromleitung soll eine 380-Kilowatt Hochspannungsleitung werden. Ihre Ängste sollten bei der Planung und der Umsetzung des Projekts berücksichtigt werden, fordern die Anwohner. Lärm und Elektrosmog müssten so gering wie möglich ausfallen. "Es gibt dafür mehrere Vorschläge", sagte Grunske vom Petitionsausschuss. Die Stromleitungen könnten unter der Erde verlegt oder in eine Lärmschutzwand integriert werden. Auch eine Ortsumgehung sei im Gespräch.

Eine weitere Forderung: Die Rastanlagen widersprächen dem Naturschutz und dürften nicht gebaut werden. Über den Besuch in Birkenwerder berät sich der Petitionsausschuss in einer späteren Sitzung und wird dem Bundestag eine Empfehlung geben.