Gesetzt ist schon mal Stanislaw Tillich. Dass der CDU-Mann am 10. November vom neuen Dresdner Landtag als Ministerpräsident gewählt wird, ist mehr als wahrscheinlich. Zumindest die Abgeordneten von CDU und SPD werden für Tillich stimmen, der ohnehin schon sechs Jahre Erfahrung hat in dem Job.

Die Besetzung des restlichen Kabinetts hingegen bleibt spannend. Auch welche Ministerien die CDU an den kleinen Koalitionspartner abgibt, bleibt ein Geheimnis. Kein Wort dazu im vergangene Woche enthüllten Koalitionsvertrag.

Noch 2009 stand nach den Koalitionsverhandlungen mit der FDP immerhin fest, dass die zwei Ministerien bekommt - Wirtschaft und Justiz. Dass es diesmal anders läuft, hat seinen Hauptgrund im Mitgliederentscheid, den die SPD zur Voraussetzung für die Regierungsbildung gemacht hat. Erst wenn die mehr als 4300 sächsischen Sozialdemokraten mehrheitlich einverstanden sind mit dem ausgehandelten Vertrag, heißt es aus Parteikreisen, soll über Personal gesprochen werden. Was indes die Spekulationsmühlen befeuert. Nichts interessiert derzeit in Parteikreisen so sehr wie die Besetzung der wichtigen Regierungsposten.

Allen voran der für den SPD-Spitzenmann Martin Dulig. Dass der 40-jährige Moritzburger ein Ressort übernehmen wird, darf getrost angenommen werden. Nur so kann er langfristig in der Partei über die Landesgrenzen hinaus wachsen. Als zweites Ressort für die Sozialdemokraten kommen die Finanzen infrage. Das gibt die CDU zwar nicht gern her. Könnte den Verlust aber verschmerzen, wenn der bisherige Hauschef Georg Unland (CDU) ins Wissenschaftsressort wechselt, was in Parteikreisen vermutet wird.

Die SPD hat mit ihrem Generalsekretär Dirk Panter einen profilierten Finanzpolitiker im Team, der bei der Regierungsbildung nicht leer ausgehen dürfte. Wenig Ambitionen haben beide Seiten auf die Justiz - die ist ein ruhig laufender Verwaltungsbetrieb - solange nichts schiefgeht - und damit für Politaufsteiger wenig attraktiv. Infrage kommen die beiden Dresdner Juristen Christian Piwarz (CDU) und Christian Avenarius (SPD).

Umwelt und Landwirtschaft bleiben höchstwahrscheinlich in christdemokratischer Hand. Empfohlen hat sich bereits der Landtagsabgeordnete Georg-Ludwig von Breitenbuch, ein Landwirt und überzeugter Kämpfer für die Braunkohle.

Ein Wechsel deutet sich auch im Innenressort an. Minister Markus Ulbig bringt sich bereits als Nachfolger für Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz (beide CDU) in Stellung. Als Ulbigs Nachfolger steht der Dresdner CDU-Landtagsabgeordnete Christian Hartmann bereit. Der 40-Jährige, von Haus aus Polizist, könnte das Kernthema des Wahlkampfs, die innere Sicherheit, ordentlich verkörpern.