Gegenüber der RUNDSCHAU äußerte sich Landtagspräsident Gunter Fritsch (SPD) gestern zuversichtlich, dass die nach dem Weggang von Gisela von der Aue nach Berlin nunmehr seit neun Monaten vakante Spitze der obersten Finanzkontrollbehörde "noch in diesem Jahr" wieder besetzt sein wird. "Das Verfahren ist so angelegt, dass es möglichst rechtssicher ist", sagte Fritsch.
Zuvor hatte in dem für die Personalempfehlung zuständigen Haushaltskontrollausschuss hinter verschlossenen Türen die Anhörung der 13 Kandidaten begonnen, die aufgrund ihrer Qualifikation die Vorauslese geschafft haben. Um diese "Top 13" - alle sind Volljuristen mit der Befähigung zum Richteramt - gibt es zwar wegen der juristischen Risiken eine große Geheimniskrämerei. Offiziell nennt niemand Namen.
Doch nach Recherchen der RUNDSCHAU sind darunter hochkarätige und kompetente Frauen und Männer, sodass dem Haushaltskontrollausschuss des Potsdamer Parlaments die für den 2. Okober geplante Personal-Vorentscheidung schwer fallen dürfte. Unter den "Top 13" sind dem Vernehmen nach die frühere Berliner Finanzstaatssekretärin Gabriele Thörne, die frühere Brandenburger Sozialstaatssekretärin Margret Schlüter, Helen Brocks, Vorsitzende Richterin am in Cottbus ansässigen Finanzgericht Berlin-Brandenburg oder Adelheid Jäger, Richterin am Bundesfinanzhof in München.
Im Rennen sind aber auch Hans-Jochen Knöll, Leiter der Zentralabteilung im Potsdamer Finanzministerium, Agnes Hüppe, früher Dezernentin in der Region Hannover und Ellen Chwolik-Lanfermann, Vorsitzende Richterin am Oberlandesgericht, die sich in die Liste der Anzuhörenden geklagt hatte.
Aus gegebenen Anlass warnte Fritsch davor, "einzelne Bewerber im laufenden Besetzungsverfahren öffentlich zu beschädigen." Der Ausschuss werde sich nicht von seinem geordneten Verfahren nach den vom Gericht vorgegebenen Grundsätzen abbringen lassen.