(iwe) Es wird keine leichte Wahl, soviel ist sicher: Wenn am 5. April die Landessynode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (Ekbo) in der Berliner Bartholomäuskirche zusammenkommt, müssen sich die Kirchenparlamentarier aus Berlin, Brandenburg und Ostsachsen entscheiden. Denn im November 2019 geht Landesbischof Markus Dröge aus Altersgründen in Pension. Und rechtzeitig vorher muss die Nachfolge geklärt sein.

Und seit gestern steht fest: Drei Kandidaten sind im Rennen. Seit mehreren Monaten hatte in der Landeskirche hinter verschlossenen Türen ein Bischofswahlausschuss getagt, der sich die Köpfe über geeignete Persönlichkeiten zerbrach. Vor allem nach geeigneten Frauen suchte man nach Informationen der RUNDSCHAU lange vergebens.

Und ähnlich wie schon bei den jüngsten Bischofswahlen in der Nordkirche fehlt auch ein Kandidat mit ostdeutscher Biografie in der Vorschlagsliste. Doch im Unterschied zu anderen Landeskirchen können in der Ekbo keine Kandidaten aus der Mitte der Synode mehr nominiert werden. Die Liste der drei Bewerber, die sich am Montag auf einer Pressekonferenz in Berlin der Öffentlichkeit vorstellen wollen, ist also endgültig.

Prominentester Kandidat ist sicher Christian Stäblein. Der 51-jährige Theologe ist seit 2015 in Berlin tätig: Als Propst ist er der theologische Leiter der Kirchenverwaltung, des Konsistoriums, und Stellvertreter von Dröge in der Kirchenleitung. Bei Einweihungen von Dorfkirchen predigt er in Festgottesdiensten, und als Seelsorger hat er sich in der Landeskirche einen guten Ruf erworben. Der Theologe kennt die Ekbo in- und auswendig. Und schon Monate vor der gestrigen Bekanntgabe war er in der Ekbo als möglicher Nachfolger gehandelt worden.

Doch bei Wahlen in der evangelischen Kirche ist es nicht immer von Vorteil, im Vorfeld als Favorit gehandelt worden zu sein. Oft sind gerade die profiliertesten Bewerber als Bischof in eine Synode gegangen – und als Kandidat herausgekommen. Deswegen sollten auch die beiden anderen Bewerber ernst genommen werden: Jochen Arnold, der das Hildesheimer Michaeliskloster leitet, ein Kompetenzzentrum für Gottesdienst und Kirchenmusik der Landeskirche Hannovers. Der 51-jährige habilitierte Theologe hatte Kirchenmusik und Theologie parallel studiert, war lange Jahre als Kantor und Chorleiter in verschiedenen Gemeinden tätig und ist vor allem auf moderne Gottesdienstformen spezialisiert. So wirkte er auch bei mehreren Evangelischen Kirchentagen an der Gestaltung von Eröffnungs- und Schlussgottesdiensten mit.

Dagegen ist die in Frankfurt am Main lebende Pfarrerin Heidrun Dörken vielen als Sprecherin des „Wortes zum Sonntag” bekannt. Als Rundfunkbeauftragte der Evangelischen Kirche koordiniert sie Radio- und Fernsehgottesdienste. Kurze, prägnante Andachten für Menschen, die schon länger nicht mehr in der Kirche waren, sind ihr tägliches Geschäft. Doch die Theologin ist auch Mitglied in einem Rotaryclub, mag nach eigenen Angaben „schöne Kleider und Modeblogs” und setzt sich dafür ein, dass die Kirche mehr ist als nur ein „Verein von Gleichgesinnten”.