Für den Erhalt der sorbischen Sprache setzt die Stiftung für das sorbische Volk künftig verstärkt auf neue Medien. Wie deren Direktor Jan Budar am Dienstag nach der Stiftungsratssitzung in Dresden sagte, kann im April der erste Teil des Projekts "Sorbisch Online Lernen" präsentiert werden. Dabei handle es sich um den Grundkurs "Obersorbisch", bei dem Grundkenntnisse der Sprache erworben werden können.

Die nächsten Stufen seien bereits in Arbeit. Auch eine niedersorbische/wendische Variante wurde in Auftrag gegeben. Unterstützt wird das Projekt durch das Multimediale Sprachlernzentrum der TU Dresden. Ebenfalls im April wird die obersorbische Rechtschreibprüfung für die gängigen Office-Programme qualitätsgeprüft fertig.

Ergänzend dazu können unter soblex.de Wörter und grammatische Formen gesucht werden. "Es ist wichtig, die Barrieren zum Erlernen der Sprache so niedrig wie möglich zu machen", sagte Stiftungsratsvorsitzende Susann Schenk. Insgesamt soll die Sprachförderung wieder mehr in den Mittelpunkt der Stiftungsarbeit rücken. "Kreative Ideen können gern an uns herangetragen werden. Wir wollen mehr solcher Projekte unterstützen", sagte Budar. Gleichzeitig sollen die sorbischen Institutionen stärker zusammenarbeiten. Ein gutes Beispiel seien das Deutsch-Sorbische Volkstheater und das Sorbische National-Ensemble (SNE) in Bautzen. Bereits seit Beginn des Jahres gibt es für beide Häuser einen technischen Leiter.

Außerdem soll es eine gemeinsame Planungs- und Ticket-Software geben. Die Kosten von 160 000 Euro teilen sich Kulturraum und Stiftung. "Wir versprechen uns davon, dass ein gemeinsamer Spielplan entsteht", sagte Budar. Die SNE-Intendanz bleibt indes weiter vakant. Über die Besetzung der Stelle wird in einer Sondersitzung des Stiftungsrats am 16. Mai beraten.

Insgesamt hat die Stiftung für das sorbische Volk 2017 einen Etat von 18,6 Millionen Euro. Sie finanziert neun Einrichtungen. Den größten Anteil erhalten das SNE, der Domowina-Verlag und das Sorbische Institut. Geldgeber sind der Bund und die Länder Sachsen und Brandenburg. Für Projekte im Bereich neuer Medien haben Bund und Länder zusätzlich 1,8 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.