Die Verzeichnisse der Begünstigten werden für den vom Volumen her nach wie vor wichtigsten Bereich, der Agrarwirtschaft, bundesweit einheitlich von der Bundesanstalt für Ernährung und Landwirtschaft verwaltet und sind mithilfe von Suchmasken auch dort abrufbar. Im Mai weitere Zahlen Bislang allerdings sind dort lediglich die Gelder aufgeführt, die aus dem Fonds für die ländliche Entwicklung kommen, der zweiten Säule der Agrarförderung, die Betriebe der Lebensmittelwirtschaft, Umweltschutzmaßnahmen und auch den Hochwasserschutz fördert. Und selbst bei diesen Angaben kann Brandenburg - zusammen mit Rheinland-Pfalz - noch hinterher hinken, weil es die EU-Zahlungen nicht rechtzeitig vor dem 15. Oktober 2007 verbucht hat. Die bislang nicht veröffentlichten Zuschüsse an landwirtschaftliche Betriebe zur Subventionierung ihrer Produktion sollen für alle Bundesländer ab Mai dieses Jahres ebenfalls abrufbar sein. Für die anderen Fonds der EU wie auch für die direkt von Brüssel ausgezahlten Gelder sind inzwischen in fast allen Bundesländern zumindest die Summen abrufbar, die 2007 bewilligt wurden. In den kommenden Monaten sollen dann auch allmählich jeweils die Daten eingestellt werden, die Hinweise darauf geben, wie viel tatsächlich abgerechnet wurde. Da die Zahlungen der EU zumeist von den Ländern mit Co-Finanzierung, also mit Geldern aus dem eigenen Landeshaushalt unterstützt werden müssen, erlauben die Listen zumindest in Ostdeutschland auch einen guten Einblick in die Bemühungen zur Wirtschaftsförderung. Die Transparenz, die jetzt über die EU in die öffentliche Debatte um staatliche Hilfen einzieht, ist nicht unbedingt im Interesse vieler Begünstigter und auch so mancher politischer Entscheidungsträger. So haben einige Empfänger der Agrarbeihilfen angesichts der drohenden Veröffentlichung Klagen angekündigt oder in einigen wenigen Fällen auch vollständig auf Zahlungen verzichtet, auf die sie Anspruch haben. Potsdam erschwert Suche Auch haben einige Bundesländer, darunter insbesondere Brandenburg, alles getan, um die Listen möglichst schwer zugänglich und vor allem nutzbar zu gestalten. Wer beispielsweise die Liste auf der Web-Seite des Potsdamer Wirtschaftsministeriums entdeckt, wird schnell feststellen, dass das Dokument weder zu drucken noch in anderer Form zu bearbeiten ist. Die allermeisten anderen Bundesländer lassen dies sehr wohl zu. Auch sind die Begünstigten, soweit es sich um natürliche Personen handelt, nach ihrem Vornamen eingeordnet, was die Suche zusätzlich erschwert. Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums hat zugesagt, dass in Kürze einige Änderungen erfolgen werden.