Dazu die Frage "So wird also ein Flüchtlingscamp von ,Wirtschaftsflüchtlingen' verlassen!?"

Sofort witterten die Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes - oder auch: Pegida - ihre Chance für wirkungsvolle Agitation und Propaganda. Sie teilten das Foto, löschten das Fragezeichen aus dem Satz von Benny Stobinski und bekamen gar nicht mit, was er noch dazu geschrieben hatte. Eben das Wesentliche. "Bevor jetzt hier gleich die Rassisten los pöbeln", heißt es weiter im Text des Sprembergers, "die Aufnahme stammt aus 1989 im Garten der Prager Botschaft der BRD. Die Flüchtlinge damals waren Tausende Deutsche aus der DDR, die in die Bundesrepublik wollten. Merkste was? Danke."

Die Pegida-Freunde merkten es jedenfalls zu spät, und bis zum Freitagnachmittag hatte sich die Kunde von ihrem Eigentor zehntausendfach verbreitet. Dabei ist es gar nicht im Sinn von Benny Stobinski, Flüchtlingsfeinde auf die falsche Fährte zu locken. Als er erfuhr, welche Wellen sein Facebook-Eintrag geschlagen hatte, sagte er: "Mir geht es nur darum, zu zeigen: Damals, in der Prager Botschaft, das waren Menschen. Genau so wie diejenigen, die heute zu uns nach Deutschland kommen." rene.wappler@lr-online.de