Gegen die islamfeindliche Pegida-Bewegung mit Schwerpunkt in Dresden formiert sich bundesweit immer mehr Widerstand. In mehreren deutschen Städten gingen am Montagabend mehr als 20 000 Menschen auf die Straße, um ein Zeichen für Toleranz und Weltoffenheit zu setzen. Zugleich versammelten sich aber auch in Dresden so viele Pegida-Anhänger wie noch nie. Laut Polizei mobilisierte das Bündnis rund 17 500 Menschen.

Und der Ton wird schärfer. Bei der Kundgebung hatten Redner unter großem Beifall auch Bundespräsident Joachim Gauck, Kanzlerin Angela Merkel und Sachsens Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich attackiert.

Angekündigt hatte Pegida ein gemeinsames Weihnachtssingen vor der Semperoper. Tatsächlich wurden Verunglimpfungen von Politikern und Journalisten-Beschimpfungen ebenso bejubelt wie ausländerfeindliche Parolen. Medienvertreter wurden mit dem tausendfach skandierten Ruf "Lügenpresse" begrüßt.

Aus Protest gegen die Veranstaltung zogen 4500 Gegendemonstranten durch die Stadt, rund 400 Menschen kamen zu einem ökumenischen Friedensgebet. Zeitgleich gingen in anderen deutschen Städten Tausende auf die Straße, um gegen Rassismus und Ausgrenzung zu demonstrieren. Allein in München versammelten sich laut Polizei mindestens 12 000 Menschen, die Veranstalter sprachen von 25 000.

In Kassel stellten sich rund 2000 Demonstranten einer Gruppe "Kassel gegen die Islamisierung des Abendlandes (Kagida)" entgegen, in Bonn protestierten 2500 Menschen gegen eine islam-kritische Kundgebung mit etwa 200 Teilnehmern.

Mehr als 50 DDR-Bürgerrechtler protestierten am Dienstag gegen die Vereinnahmung der friedlichen Revolution. Der Ruf "Wir sind das Volk" habe 1989 für Freiheit, Toleranz und Weltoffenheit gestanden, unterstrichen die Akteure des friedlichen Wandels in der DDR. "Ihr sprecht nicht für '89, ihr sprecht für keine Freiheitsbewegung, ihr seid deren Schande", heißt es am Schluss der Erklärung.

Kommentare via Twitter

@lr_online es ist eine Schande so am Volk vorbei zu regieren und jetzt sich aufregen. Und Presse berichtet undemokratisch

— thor38 #DR (@cottbus1970) 24. Dezember 2014 @lr_online Es sind dieselben Menschen, die 1989 auf der Straße skandierten: "Wir sind das Volk" - ich war auch dabei-.

— Fred Winkler (@Venez_Maske) 24. Dezember 2014 @lr_online : Oder ist es "nur" ihre Fortsetzung. Udo Jürgens erinnert uns eindringlich: https://t.co/F3A1THqBUW pic.twitter.com/W250shZQFZ

— anonangler (@anonangler) 24. Dezember 2014