Und er wird folgenlos bleiben für den Pegida-Chef, der bereits wegen Volksverhetzung angeklagt ist. Das wird der 42-Jährige auch erwartet haben, als er Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) vor Tausenden Pegida-Bewegten als "schlimmsten geistigen Brandstifter" seit dem Nazi-Chefpropagandisten Joseph Goebbels bezeichnete. Maas will gegen Bachmann nicht vorgehen. Der Pegida-Chef solle sich nicht als Märtyrer aufspielen dürfen.

Über Monate zumindest medial fast in der Versenkung verschwunden, feiern die selbst ernannten Patrioten mit der Flüchtlingskrise ein Jahr nach Gründung der fremdenfeindlichen Bewegung ein Comeback in der bundesweiten Wahrnehmung. Schlagzeilen über für Regierungsmitglieder reservierte Galgenstricke, provokante KZ-Reden entgleister Rechtspopulisten oder eben der Vergleich Maas' mit Hitlers Propagandachef helfen dabei.

Die fremdenfeindlichen Gewalttaten haben in Sachsen stark zugenommen. Kaum ein Tag ohne Angriff auf Flüchtlinge, ihre Unterkünfte oder Helfer, die Schutzsuchenden ein Willkommen bieten wollen. "Dies ist mitverursacht durch eine aufhetzende Bewegung, durch eine Bewegung von Hass, Hetze und potenzieller Gewalt", sagt der Berliner Extremismusforscher Hajo Funke.