Zu dem Phänomen gehöre auch das Erstarken von rechtspopulistischen Parteien in ganz Europa, hierzulande etwa der AfD.

Patzelts Kollege Hans Vorländer bezeichnete Pegida als "rechtspopulistische Empörungsbewegung". Darin zeige sich auch die lange unterdrückte Unzufriedenheit vieler Ostdeutscher nach der Wiedervereinigung. Patzelt und seine Studenten haben Pegida-Anhänger im Januar 2015 und dann erneut im April und Mai befragt. "Die Demonstranten verorten sich zunehmend weiter rechts", sagte der Wissenschaftler. Für viele Teilnehmer gehe es bei den Demos vor allem um ein Gemeinschaftsgefühl. Patzelt forderte die Politik auf, den Dialog nicht zu verweigern. Durch Ausgrenzung werde man die Bewegung weiter stärken.

Vorländer sieht die Ursachen der Pegida-Bewegung auch in der Enttäuschung vieler Ostdeutscher nach der Wiedervereinigung, etwa durch Massenarbeitslosigkeit und den Niedergang der ostdeutschen Industrie. Dies sei von vielen als Demütigung empfunden worden und trete durch Pegida zutage.

Legida sagt Demo ab

Das fremdenfeindliche Bündnis Legida sagte gestern unterdessen seine für Montag in Leipzig geplante Kundgebung ab. Der Organisator begründete dies in einem Internet-Video damit, dass Legida von der Stadt Leipzig auf einen "ungeeigneten" Platz verwiesen worden sei.

Die Stadt hatte entschieden, dass das Bündnis in der Vorweihnachtszeit nicht in der City protestieren kann. Einen Antrag gegen diese Verlegung auf den Bayrischen Platz lehnte das Verwaltungsgericht Leipzig ab.