Als Beispiel nannte sie die Fremdsprache Englisch. "In den 1990er-Jahren wurden da in den Brandenburger Volkshochschulen meist Einführungskurse belegt. Heute sind es überwiegend Auffrischungs- und Fortgeschrittenenkurse", berichtete Christen. Auch im Computer-Bereich habe sich eine Menge getan. "Einführungskurse werden hier heute kaum noch nachgefragt, allenfalls von älteren Lernern." Vielmehr seien es spezielle Kurse - zur Bildbearbeitung bei digitaler Fotografie oder zu beruflichen Anwendungen.

20 Volkshochschulen gibt es im Land -in allen Landkreisen und den kreisfreien Städten. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 6104 Kurse mit zusammen 144 289 Unterrichtsstunden angeboten. Am beliebtesten waren bei den rund 56 000 Teilnehmern Sprachkurse sowie Angebote im Gesundheitsbereich - etwa zu Entspannungsmethoden oder gesunder Ernährung. Mehr als 1200 Brandenburger holten außerdem an einer Volkshochschule die mittlere Reife oder das Abitur nach. Als problematisch wertete Christen die Finanzsituation, die sich seit Jahren auf einem "unteren Niveau" befinde. "2003 hat das Land die Förderung der Grundversorgung um 30 Prozent gekürzt, das wirkt bis heute nach", sagte Christen. 2011 seien die Kosten für Weiterbildung mit 3,2 Millionen Euro über die Teilnehmergebühren und vier Millionen Euro über die Kommunen finanziert worden. Das Land habe mit 1,8 Millionen Euro nur 20 Prozent der Kosten getragen.