Zwei Männer aus Norderstedt (Schleswig-Holstein) hatten sich den Spruch mit dem Zusatz WSDV - die Initialen des Spruchs - beim Patentamt in München markenrechtlich schützen lassen, nachdem sie eine gleichnamige Partei gegründet hatten. Der Verfassungsschutz rechnet sie zur diffusen "Bewegung" der sogenannten Reichsdeutschen.

Unter dem Ruf "Wir sind das Volk" waren einst die Leipziger Montagsdemonstranten gegen die SED-Diktatur angetreten. Diese Demonstrationen mit bis zu 70 000 Menschen sowie die machtvollen Proteste in anderen DDR-Städten waren der Beginn der friedlichen Revolution und der Anfang vom Ende der SED.

Gegen den Markenschutz setzte sich die Stadt Leipzig im Mai 2013 zur Wehr. Sie beantragte beim Deutschen Patent- und Markenamt die Löschung. Die Anträge seien bei der Löschungsabteilung, sagte der juristische Markenprüfer Jörg-Eckhard Dördelmann. Zunächst bekämen die Betroffenen die Möglichkeit der Stellungnahme. Wann eine Entscheidung fallen werde, sei noch nicht absehbar. Die beiden Norderstädter haben sich den Slogan "Wir sind das Volk" in drei verschiedenen Ausgestaltungen schützen lassen. Gegen zwei - mit dem Zusatz WSDV - hat Leipzig die Löschung verlangt.

Bis vor Kurzem lagen die Namensrechte für den Ruf noch bei der Stadt Leipzig. Der Markenschutz sollte Missbrauch verhindern. Die Stadt hatte den Begriff allerdings nicht kommerziell genutzt, daher wurde der Schutz gelöscht.