Die Anti-Establishment-Bewegung ist der eigentliche Wahlsieger, sie wurde auf Anhieb stärkste Partei im Abgeordnetenhaus. Während Silvio Berlusconi eine Große Koalition seines Mitte-Rechts-Bündnisses mit Bersani nicht ausschließt, war dieser zunächst auf Grillo zugegangen.

Bersani will sich mit einem Programm dem Parlament stellen, das dem von Grillos Bewegung ähnelt. So fordert er eine saubere und moralische Politik sowie soziale Maßnahmen in der Krise. Im linken Lager gibt es einigen Widerstand gegen ein Zusammengehen mit dem umstrittenen Ex-Regierungschef Berlusconi.

Der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone droht wegen des Wahlausgangs die Lähmung. Die Ratingagentur Moody's erwägt, die Kreditwürdigkeit Italiens weiter herabzustufen. Das Patt zwischen den Bündnissen von Mitte-Links und Mitte-Rechts erhöhe die politische Ungewissheit, argumentiert Moody's. Der unter dem bisherigen Premier Mario Monti angestoßene Reformkurs könne verzögert werden, möglicherweise sogar komplett zum Stillstand kommen.

Das politische Patt droht die Rettung der Gemeinschaftswährung massiv zurückzuwerfen. Schon ist die drittgrößte Wirtschaftsmacht im Euroraum wegen der unübersichtlichen Lage nach den Wahlen mit steigenden Kreditkosten konfrontiert. Sollte sie noch stärker in das Kreuzfeuer der Finanzmärkte geraten, müsste die Europäische Zentralbank (EZB) eigentlich zum Kriseneinsatz ausrücken.