Denn über eines waren sich die Volksvertreter einig: Der Dialog um die Zukunft der Braunkohle müsse weitergehen.

Wie er aber fruchtbar zu gestalten sei, wollte Moderator Johann Legner von den Teilnehmern wissen – und stieß auf eine „große Koalition“ zwischen SPD, CDU und dem anwesenden Vorstandsvorsitzenden von Vattenfall, Reinhardt Hassa.

Sie alle nämlich unterstützten, was die SPD-Abgeordnete Martina Gregor-Ness forderte: eine „abgeschichtete Diskussion.“ Was sie darunter versteht? „Der Mensch in der Lausitz ist überfordert mit überfrachteten Diskussionen. Klimawandel und Strukturwandel können wir in Potsdam debattieren, hier vor Ort brauchen die Menschen klare Antworten auf klare Fragen. Bei Dieter Dombrowski, CDU-Generalsekretär, hieß das: „Wir können die globalen Probleme nicht auf unserer nachbarschaftlichen Ebene lösen.“ Er sprach von einer „globalen Diskussion, die wir nicht mit der lokalen vermischen dürfen.“

Einzig Kerstin Kaiser von der Fraktion „die Linke“ und Friederike von Kirchbach, Pröbstin der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, hielten gegen. Letztere sagte: „Wenn die Klimakrise uns so hautnah berührt wie heute die Finanzkrise, wird diese Art von Diskussionen ganz anders verlaufen.“

Beifall bekam sie aus dem gut 150-köpfigen Publikum für ihre Mahnung nur verhalten: Unter den Zuhörern waren zahlreiche Vertreter von Vattenfall, den Wirtschaftsverbänden, der Cottbuser Oberbürgermeister Frank Szymanski (SPD) sowie der Spree-Neiße-Landrat Dieter Friese (SPD). Andrea Hilscher