Unter den krassesten Fällen seien 40 Menschen, die dem griechischen Staat jeweils mehr als 100 Millionen Euro vorenthielten. Einer davon habe ein jährliches Einkommen von 42 000 Euro angemeldet, hatte aber im Ausland Geldeinlagen in Höhe von 104 Millionen Euro. Ein Unternehmer schuldet dem Staat 636 Millionen Euro.

Abgeordnete, die die Liste gesehen haben, berichteten, darauf stünden Menschen aus allen gesellschaftlichen „Klassen“ – Ärzte ebenso wie Klempner und Finanzbeamte. 18 Personen erhielten sogar Arbeitslosenunterstützung und hatten im Ausland jeweils Geldeinlagen zwischen eins und 1,5 Millionen Euro.

Einsicht in die Listen haben nach Angaben des Finanzministeriums nur Abgeordnete. Sie dürfen sie aber nicht fotografieren und auch keine Notizen machen. Die Datenschutzbehörde habe bislang dazu kein grünes Licht gegeben, hieß es.

Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos hat sich wiederholt entschlossen erklärt, die Namen zu veröffentlichen. Dies „wird bald geschehen“, sagte ein enger Mitarbeiter. Die griechische Presse veröffentlichte am Donnerstag Fotos der Listen, wo aber die Familiennamen der Steuersünder gestrichen waren .